Fertigfuttermittel
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Ich nehme an viele von Euch haben bereits von Dr. Stefan Brosig und seinem Fallbericht gehört. Viele interessante Aspekte zum Thema Fertigfuttermittel und Erkrankungen beim Pferd kommen darin zur Sprache. Mit Einverständnis von Dr. Brosig stelle ich hier seinen
Fallbericht zum download
bereit. Um diesen Fallbericht geht es im folgenden:

September 2003

Meine erste Anfrage bei Herrn Dr. Stefan Brosig am 11.09.2003:

Sehr geehrter Herr Brosig,
mit Interesse verfolge ich ihre Beiträge im Internet zum Thema Spurenelemente, Fertigfuttermitteln und den Zusammenhängen zum Sommerekzem bei Pferden. Ich bin selbst Besitzerin eines Ekzemponys. Ich bekam ihn im letzten Frühjahr, genauer gesagt im April 2002. Er hat in seinem Leben bis dahin kein Fertigfuttermittel, auch kein Mineralfutter o.ä. bekommen. Er war 4 Jahre alt, ist ein Welsh-A-Mix ca. 1,10m Stockmaß. Er hatte im Jahr 2002 heftige Symptome. Im Herbst ließ ich das erste Blutbild machen und mein Verdacht bestätigte sich: Er hatte starken Zinkmangel. Er bekam daraufhin Hesta plus Zink (St. Hippolyth).). Das Kontrollblutbild Anfang Januar 2003 zeigte keine Verbesserung, also bekam er weiterhin Zink zugefüttert, diesmal Kerabol (Equistro). Das dritte Blutbild im März 2003 zeigte wieder keine Verbesserung. Auf weitere Blutbilder im Jahr 2003 habe ich bisher verzichtet, aber bis Anfang Juni weiterhin Zink zugefüttert (Kerabol). In diesem Jahr hat der Zwerg keinerlei Symptome *toitoitoi*

Ich kann mir nicht erklären warum er das angebotene Zink nicht aufnehmen und umsetzen konnte, warum sich also der Wert nicht verbessert hat. Die Symptome geben dem Verdacht recht, dass er wegen des Mangels gescheuert hat. Verunsichert durch Ihren Artikel im Internet wende ich mich nun heute an Sie. Der kleine bekommt Hesta light energy, auch darin ist relativ viel Zink enthalten.

Da Blutwerte, speziell Zink nicht immer wirklich aussagekräftig sind, würde mich Ihre Meinung dazu interessieren. Auf meine Anfragen beim Hersteller von Hesta plus Zink wurde mir versichert, dass Hesta plus Zink niemals gefährlich werden kann, im schlimmsten Fall würde es ungenutzt ausgeschieden. Speziell Ihr Beitrag bei www.wissenschaft.de ist für mich von grossem Interesse wegen Ihrer Aussagen zu Zink beim Pferd. Ich denke Zink spielt beim Ekzem eine grosse Rolle, einfach weil der Bedarf beim Ekzemer erhöht ist, würde ich jedenfalls annehmen.

Antwort von Dr. Stefan Brosig:

Sehr geehrte Frau M.,
vielen Dank für Ihr Interesse und die Schilderung Ihres Falles. Wenn nicht ein genetischer Defekt bei ihrem Pony vorliegt, und das ist eigentlich extrem unwahrscheinlich, so muss das falsche Blutbild von einer schlechten Futterqualität herrühren. Diese kann z.B. aus der Kunstdüngung von Wiesen herrühren. (Es gibt aber, gerade in Norddeutschland auf Sandböden, auch wirklich natürlich wachsendes Heu, welches Mängel aufweist.) Meistens ist es so, dass ein Überschuss von einem mineralischen Bestandteil die Aufnahme eines anderen unterdrückt oder auch fördern kann.
In meinem Fallbericht finden Sie auf Seite 15 in Tab.7 eine natürlich nicht vollständige Zusammenstellung von Wechselwirkungen, die zeigen, wie komplex das Zusammenspiel der Futterbestandteile ist. Ein Zinkmangel im Blut könnte ausser durch einen echten Zinkmangel, den ich ausser auf Sandböden für eher unwahrscheinlich halte, z.B. durch einen Kupferüberschuß, Manganüberschuß (Thomasmehldüngung!) aber auch z.B. durch einen Kobaltmangel erzeugt werden. Man findet nur das, wonach man sucht. Das Blutbild stellt ja keine quantitative Analyse dar, in der alle Parameter vorhanden sein müssten. Es ist nur eine Stichprobe. Wenn man z.B. von 10000 möglichen Parametern 10 bestimmt und darin eine Abweichung findet, so bedeutet das nicht, dass mit Behebung dieses einen Fehlers das Blutbild wieder in Ordnung ist. Statistisch gesehen enthält das Blutbild nämlich dann eigentlich ungefähr 1000 Abweichungen, nur hat man diese eben nicht untersucht! 999 Parameter bleiben dann weiter daneben!
Das gleiche gilt für die Analyse von Futtermitteln:
Wenn man eine Analyse macht und findet keine Abweichungen zu durchschnittlichen Standardwerten, so kann man einigermassen sicher sein, dass wohl zumindestens die meisten anderen nicht untersuchten Parameter wohl auch in Ordnung sein werden. Bei Abweichungen muss man mit Abweichungen auch in den nicht untersuchten Parametern rechnen und ein Zufügen einer Substanz macht aus einem mangelhaften noch kein gutes Futter. Langfristig ist dann mit Änderungen anderer Blutparameter zu rechnen, sobald im Körper vorhandene Depots Ungleichgewichte durch Aufnahme oder Abgabe von den entsprechenden Stoffen nicht mehr ausgleichen können.
Es ist möglich, dass der Zinkwert bei ihrem Pony so lange nicht anstieg, weil die Körperdepots so leer waren, dass sie das Blut regelrecht aussaugen. Das Zinküberschüsse nicht gefährlich seien, sondern vom Körper einfach ausgeschieden würden, ist nur kurzfristig richtig. Nichts wird vom Körper "einfach" ausgeschieden, sondern im Falle von unnatürlichen Überschüssen immer mit Aufwand. Und so, wie jede Maschine bei langer Überlastung Schaden nimmt, so auch die inneren Organe, speziell die Niere. Das Überschüsse schädlich sind, ist auch sehr deutlich bei Rennpferden im Training zu beobachten, die nach längerer Fütterung von angereicherten Fertigfuttermitteln nur noch unter "ferner liefen" zu finden sind. Diese Effekte treten aber erst nach längerer Zeit ein und nicht in dem Untersuchungszeitraum von mehreren Monaten, innerhalb dessen Universitäten oder Futtermittelhersteller bei ihren Untersuchungen beobachten. Daher sind ihnen die Schädigungen entgangen. Es wäre sinnvoll, in Ihrem Fall eine Futteranalyse auf die Spurenelemente Zink, Kupfer und Mangan durchzuführen. Wenn die Werte für Zink zwischen 20 und 30 Milligramm, die für Kupfer zwischen 4 und 8 Milligramm und die von Mangan zwischen 30 und 60 Milligramm jeweils pro Kilo Trockenmasse liegen, so ist das Heu und Gras vermutlich unbelastet und müsste bei ausreichender Fütterung langfristig zu einer Normalisierung der Blutbilder führen, da sich dann alle Depots auf den natürlichen Zustand auffüllen oder leeren. Dies kann nach meinen Beobachtungen bis zu 3 Jahre dauern. Im Falle eines Nierenschadens (z.B. erkennbar durch übermässiges Trinken) muss noch länger gewartet werden, da das Organ ja ausheilen muss. Das sicherste ist auf jeden Fall, sich natürliches Futter mit durchschnittlichen Werten zu beschaffen, auf die Selbstheilung des Körpers zu vertrauen und die Finger von angereicherten Fertigfuttermitteln zu lassen. Alles andere ist wie der Versuch, eine Maschine mit 40000 Knöpfen durch das Drehen von einigen wenigen Knöpfen, deren langfristige Wirkung man überhaupt noch nicht untersucht hat, einzujustieren! Das kann nach einiger Zeit völlig ausser Kontrolle geraten!
Silage würde ich übrigens auch lieber nicht füttern. Die darin enthaltene Milchsäure komplexiert einige Metalle und verändert deren Aufnahme durch den Körper ebenfalls in einer unnatürlichen Weise. Pferde haben in ihrer Entwicklungsgeschichte nie saures Futter gefressen und sind darauf eigentlich auch nicht optimal eingestellt. Rennpferde erhalten daher auch keine Silage. Es wurde leider in der letzten Zeit zu viel Untersuchung betrieben, welches Futter von Pferden kurzfristig einigermassen schadlos "ausgehalten" wird und dem Menschen wenig Mühe bereitet, anstatt, welches langfristig gut "vertragen" wird.
Zum angehängten Fallbericht, der noch nicht auf 2003 aktualisiert ist, möchte ich noch anfügen, dass unsere Pferde nach 3 Jahren natürlichen Futters nun anscheinend auch wieder unempfindlicher gegen Giftpflanzen wie z.B. Hahnenfuß werden. Nesselsucht tritt nur noch sehr schwach auf. Sie werden einfach wieder härter und unempfindlicher, so wie es eigentlich
sein soll!

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brosig
 

Seine Antwort warf neue Fragen auf und ich schrieb erneut ... Daraus entwickelte sich ein hochinteressanter Schriftwechsel. Ich habe aus den Schriftwechseln einen wechselseitigen Austausch zusammengeschnitten, der nichts der originalen Mails verfälscht, verändert oder verfremdet:


Sehr geehrter Herr Brosig,
vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort ! Ich würde gerne an einigen Punkten anknüpfen:

Wenn nicht ein genetischer Defekt bei ihrem Pony vorliegt, und das ist eigentlich extrem unwahrscheinlich, so muss das falsche Blutbild von einer schlechten Futterqualität herrühren. Diese kann z.B. aus der Kunstdüngung von Wiesen herrühren.

Das wäre möglich, Zwerge wie er werden oft nicht "vernünftig" ernährt.


Meistens ist es so, dass ein Überschuss von einem mineralischen Bestandteil die Aufnahme eines anderen unterdrückt oder auch fördern kann. In dem als Word-Dokument angehängten Fallbericht finden Sie auf Seite 15 in Tab.7 eine natürlich nicht vollständige Zusammenstellung von Wechselwirkungen, die zeigen, wie komplex das Zusammenspiel der Futterbestandteile ist.

Danke für den Fallbericht. Die Zusammenhänge bezüglich der Zinkwechselwirkungen sind mir weitestgehend bekannt, deshalb würde ich gern Stellung dazu nehmen.

Ein Zinkmangel im Blut könnte ausser durch einen echten Zinkmangel, den ich ausser auf Sandböden für eher unwahrscheinlich halte,

Vielleicht einfach, weil ein Ekzemer deutlich mehr Zink verbraucht, als ein Pferd ohne Hautprobleme ? Einfach eine Theorie von mir, bedingt durch allergisches Geschehen und die Hautprobleme.

z.B. durch einen Kupferüberschuß, Manganüberschuß (Thomasmehldüngung!) aber auch z.B. durch einen Kobaltmangel erzeugt werden. Man findet nur das, wonach man sucht.

Gesucht habe ich mehrfach auch nach Eisen, Mangan und Kupfer (Blutbild). Dazu bleibt anzumerken, dass sein Kupferwert absolut ok war, er aber Selen- und Manganmangel hatte. Kobalt habe ich bisher nie testen lassen. Ich hatte schon Probleme meinen Tierarzt zu überzeugen den Manganwert testen zu lassen, dummerweise wusste weder das Labor, noch der Tierarzt den Referenzwert ;-)
Den habe ich inzwischen und weiss somit, dass er auch einen Manganmangel hat. Hätte er einen Kupferüberschuss, würde ich den Grund kennen und bräuchte mir auch weniger Sorgen wegen der Zinkzugabe machen denke ich.

Das Blutbild stellt ja keine quantitative Analyse dar, in der alle Parameter vorhanden sein müssten. Es ist nur eine Stichprobe. Wenn man z.B. von 10000 möglichen Parametern 10 bestimmt und darin eine Abweichung findet, so bedeutet das nicht, dass mit Behebung dieses einen Fehlers das Blutbild wieder in Ordnung ist. Statistisch gesehen enthält das Blutbild nämlich dann eigentlich ungefähr 1000 Abweichungen, nur hat man diese eben nicht untersucht! 999 Parameter bleiben dann weiter daneben!

Damit haben Sie sicherlich Recht, aber welcher Wert könnte helfen die Ursache seines Mangels oder der nicht ausreichend stattfindenden Resorption zu klären ?

Langfristig ist dann mit Änderungen anderer Blutparameter zu rechnen, sobald im Körper vorhandene Depots Ungleichgewichte durch Aufnahme oder Abgabe von den entsprechenden Stoffen nicht mehr ausgleichen können. Es ist möglich, dass der Zinkwert bei ihrem Pony so lange nicht anstieg, weil die Körperdepots so leer waren, dass sie das Blut regelrecht aussaugen.

So wurde mir das auch von Frau Dr. Weyrauch (St. Hippolyth), die Sie sicherlich kennen, erklärt. ABER wann genau ist der Zeitpunkt gekommen? Da Zink ja nicht sehr stabil ist, sind die Blutwerte immer nur ein Anhaltspunkt, mal abgesehen von x verschiedenen Referenzwerten, nicht nur bei Zink, auch bei Kupfer und anderen Werten. Wenn es nun eines Tages so sein sollte, dass sein Zinkwert im Blutbefund im Normbereich liegt, bin ich dennoch verunsichert was dann zu tun ist, damit es nicht erneut zu einem Mangel kommt ? Abgesehen davon, dass ich ständig auch seinen Kupferwert beachten muss, wegen der Wechselwirkung. Ist schon kompliziert finde ich.

Frau Dr. Weyrauch ist in ihrer Ansicht beizupflichten, dass die derzeitige Symptomfreiheit ihres Nicky mehr aussagt als 1000 Blutproben. Ich befürchte allerdings, dass dieser Zustand nur vorübergehend ist, wenn dieses Futtermittel als Dauerzustand weiter gefüttert wird und sich irgendwann wesentlich grössere Probleme einstellen werden.

Ich kann Nicky's innere Situation nicht einschätzen, noch immer ist bei seiner Geschichte unklar wie es überhaupt zu dem starken Mangel kommen konnte.
Wenn ich die Ursache nicht kenne, wie kann ich dann sicher sein es in Zukunft auf die eine oder andere Art besser zu machen, so dass nicht wieder ein Mangel entsteht ? Und sie selbst sagten doch es würde vielleicht drei Jahre dauern diesen Mangel auszugleichen und das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wenn ich jetzt nur den Tagesbedarf füttere, wie sollen sich leere Speicher füllen, es würde doch alles umgesetzt und verbraucht, so dass der Mangel mit der Deckung des Tagesbedarfes unberücksichtigt bleibt, oder ?

Wenn ein Tier lange mit einem Mangel gelebt hat, lernt es normalerweise mit weniger auszukommen. Wenn es dann durchschnittliche Mengen erhält, füllen sich die Depots langsam, aber eben sicher und ohne Überreaktion wieder auf.

Ist ein Pferd nicht auch im Stande ein Zuviel zu tolerieren ?
Ich denke beides ist gleichermaßen bedenklich, weil speziell durch fehlendes Zink Stoffwechselabläufe einfach nicht stattfinden und damit auch die Niere und Leber überfordert werden, da bestimmte Stoffe nicht ausgeleitet werden können?

Ein Organismus versucht immer, für mögliche Mangelzeiten Vorräte zu schaffen. Das  Problem entsteht dann, wenn die eigentlich von der Natur eingeplanten Mangelzeiten nicht mehr eintreffen!

Das scheint mir plausibel. Denken Sie der Organismus lagert immer ein, wenn er mehr angeboten bekommt als er braucht oder vermag ein Organismus zu unterscheiden zwischen Sommer und Winter, also guten und schlechten Zeiten mal grob eingeteilt ?

Die Umstellungsphase ist meiner Ansicht nach länger als eine Jahreszeit, der Ausgleich erfolgt über die Depots.

Wo genau legt ein Pferd Zinkdepots an ? Wo müsste man suchen sie zu finden? Wo wäre es nachzuweisen, wenn man es suchen wollte ? Die Blutwerte werden doch konstant gehalten, oder ? Das Thema finde ich jetzt hochinteressant, zumal gemessene Blutwerte ja oft nicht zeigen, was sich im Pferd befindet. Ich dachte es würde immer ausgeschieden, wenn es nicht benötigt wird. Ich hoffe Sie können mir auch hier weiterhelfen.

Das Hauptdepot für Zink des gesamten Körpers liegt in den Knochen. Da der Körper lange auf Reserven daraus zurückgreifen kann, finden meiner Ansicht nach die Anpassungsvorgänge an eine geänderte Zinkzufuhr auch deutlich langsamer statt, als z.B. die für Kupfer. Ein Hauptspeicher für Zink (und Kupfer und Mangan!) in Nervenzellen ist das berüchtigte Prionenprotein. Dieses stellt daher den Hauptspeicher für Zink im Gehirn dar! Der Körper versucht die Werte in seinem Arbeitsmedium Blut gewöhnlich mit Hilfe seiner Depots in einem bestimmten (individuell verschiedenen) Bereich zu halten. Vor etwa zwei Jahren wurde von mehreren Arbeitsgruppen im Prionenprotein des Hirns von Patienten, die an der neuen Form der Jakob-Creutzfeld-Krankheit (gewissermaßen BSE beim Menschen) gestorben waren die 10fache (!!!) Mangankonzentration gefunden! Sehr verdächtig, finde ich!

Ich habe mich mal mit einer Theorie auseinandergesetzt, nach der Pferde, die z.B. dauernd mit hohen Mengen Zink gefüttert werden diese nicht mehr einlagern, sondern aufgrund des stets vorhanden Überangebotes die Zinkaufnahme stark reduziert haben sollen. Also ein ähnliches Prinzip wie beim Menschen, bei dem auch davon ausgegangen wird, dass jemand weniger Reserven einlagert, wenn er ständig ein gutes und ausreichendes Angebot bekommt. So ein Fall bin ich nämlich, ich esse deutlich mehr und vor allem deutlich häufiger als viele andere Menschen, dennoch muss ich ständig um jedes Gramm kämpfen. Mein Körper hält es scheinbar nicht für nötig etwas für schlechte Zeiten einzulagern. So sagt auch mein Arzt und bestätigt wird das durch den Jo-Jo -Effekt nach strengen Diäten, also Essensentzug. Danach lagert der Körper angeblich um so mehr Fett ein, wegen der gerade erlebten "Dürre".

Es ist durchaus vorstellbar und sogar wahrscheinlich, dass solche genetischen Unterschiede wie beim Menschen beim Pferd auch bestehen. Die meisten Menschen und vermutlich auch Pferde haben dieses "Problem", das in der heutigen Zeit der Überversorgung zum Vorteil gereicht, allerdings leider nicht.

Das Tier kann einige Zeit gut mit dem Zuviel leben, bis seine Depots überfüllt sind, oder die inneren Organe beginnen, durch ständige Überlastung schwächer zu werden. Ein Organismus versucht immer, für mögliche Mangelzeiten Vorräte zu schaffen. Das Problem entsteht dann, wenn die eigentlich von der Natur eingeplanten Mangelzeiten nicht mehr eintreffen! Ein ähnliches Phänomen hat man beim Übergewicht beim Menschen. Aus Sicht der Evolution ist es ein Vorteil, sich Fettreserven anzuschaffen, um mögliche Hungerzeiten (z.B. auch den Winter) überstehen zu können. Menschen und Tiere, die das besonders gut konnten, waren früher in der Selektion bevorteilt. Das wir heute keine Mangelzeiten mehr haben, führt zu der Zunahme des Übergewichts mit allen ihren schrecklichen Folgen (in USA sind laut einer neuen Statistik die Gesundheitskosten durch Übergewicht schon höher als die Folgekosten von Rauchen, Alkoholismus und Armut zusammengenommen!).
Ein dauernder Mangel ist natürlich auch schlecht. Vor einigen Jahrzehnten, als die Ernährungsforscher noch glaubten, dass Zink als Schwermetall gesundheitsschädlich sein müsse, wurde z.B. in der Baby-Nahrung in USA der Zinkgehalt dermassen gedrückt, dass wirklich Mängel aufgetreten sind. Erst später stellte man fest, dass es wichtige Funktionen als Enzymbestandteil ausübt. Jetzt ist das Pendel in die Gegenrichtung ausgeschwungen und es wird überall mit Zink überdotiert. Zwar wachsen jetzt Kind, Pferd und Rind wie der Teufel, dafür sind sie stark von Allergien betroffen und halten nicht mehr so viel aus. So, wie der Mensch das ständige Zuviel nicht auf Dauer erträgt, ist es auch beim Pferd!


Ähnlich ist es bei einem halb verhungerten Menschen. Ist er normale Mengen, die dem täglichen Verbrauch eines Normalgewichtigen entsprechen, so nimmt er dennoch zu, und das gesünder, als wenn er sich "vollfrißt".
Wenn Ihr Nicky natürlich aufgewachsen wäre, so hätte es eigentlich nicht zu Mangelerscheinungen kommen dürfen. Er hat wohl eine genetische Disposition für Ekzem, eine solche tritt aber unter natürlichen Bedingungen gewöhnlich nicht in Erscheinung. Die Natur hätte sie sonst längst ausselektiert.
Dies kann man z.B. sehr gut an den Dülmener Wildpferden erkennen, die in freier Haltung kein Ekzem zeigen, obwohl sie ständig Sumpf und Mücken ausgesetzt sind, und das, obwohl deren Weiden sogar mit Kunstdünger gedüngt werden, weil sonst das Futter nicht reichen würde. Werden sie aber in die Zivilisation verkauft, so werden einige, die von einem bestimmten Hengst abstammen, plötzlich zum Ekzemer. Dies zeigt deutlich, dass es Fremdeinflüsse durch den Menschen sind, die die Veranlagung zum Ausbruch bringen.

Nach Ihrem Hinweis auf die Dülmener Wildpferde habe ich mich über diese versucht zu informieren. Dabei heraus kam im wesentlichen, dass die Selektion derzeit eher auf sehr starke Verwurmung zurückzuführen ist, als auf natürliche Auslese. Außerdem stellte ich mit Erstaunen fest, dass dort auch Silage gefüttert wird. Außerdem werden schon seit längerer Zeit nur noch einjährige Hengste aus der Gruppe genommen.
Einjährige Pferde haben die genetische Disposition, aber selten akute Symptome, somit scheint klar, warum diese Pferde erst nach dem Verkauf Ekzem zeigen ?

Es zeigen nicht alle später Symptome, nur einige eines bestimmten Hengstes (ich glaube Erbprinz oder so ähnlich heißt er). In der "wilden" Herde selbst sind diese älteren Nachkommen aber nicht auffällig. Das Sommerekzem erst beim ausgewachsenen Tier auftritt gibt einen starken Hinweis, dass Überfüllungen von Depots beteiligt sind, denn bei den jungen Tieren wird alles für das Wachstum verbraucht und lagert sich noch nicht ab.

Ist es nicht auch möglich, dass das verspätete Auftreten des Sommerekzems nicht auf eine Überfüllung sondern auf den langsam stärker werdenden Mangel hindeutet ? Ein Organismus vermag sehr lange ohne äußere Symptome zu zeigen einen Mangel abzufangen, bis es dann nicht mehr geht. Warum sind Sie so sicher, dass es eine Überfüllung und nicht ein langsam voranschleichender Mangel ist ? Nicht dass ich glaube es zu wissen, aber man kann doch so oder so argumentieren. Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, dass es sich ganz sicher nur um ein Überangebot handeln kann ?

Weil es in früheren Zeiten ohne angereicherte Fertigfutter auch weniger allergische Probleme gab und meine eigenen jetzigen Pferde, die Pferde unseres früheren Schulstalles und Rennpferde sogar bei hoher Leistung bei Fütterung ohne Spurenelementzusätze auch keine Mängel zeigen. Das müsste ja sonst mit der Zeit immer auftreten und langfristig zum Erlöschen der Pferderasse führen.

Außer dem Futter ist das häufig auch das ständige "Herumpusseln" an den Tieren. Haben sie mal einen Stich, wird sofort ein hautschädliches Antimückenmittel aufgetragen, welches den Abwehrschirm der Haut langfristig schwächt und für weitere Stiche und Belastungen empfindlicher macht. In den Antimückenmitteln für Pferde sind Stoffe enthalten, denen für den Menschen die Zulassung verweigert wurde, obwohl Pferde sogar eine empfindlichere Haut haben!

Das Zinküberschüsse nicht gefährlich seien, sondern vom Körper einfach ausgeschieden würden, ist nur kurzfristig richtig. Nichts wird vom Körper "einfach" ausgeschieden, sondern im Falle von unnatürlichen Überschüssen immer mit Aufwand. Und so, wie jede Maschine bei langer Überlastung Schaden nimmt, so auch die inneren Organe, speziell die Niere.

Das sehe ich auch ähnlich, problematisch aber für mich ist, dass ich ja kaum Anhaltspunkte habe, ich kann dem Pony ja nicht jeden Monat Blut abnehmen lassen, um alle Werte unter ständiger Kontrolle zu haben und ich denke ein Mangel ist genauso schädlich wie ein Zuviel. (...)

Das Überschüsse schädlich sind, ist auch sehr deutlich bei Rennpferden im Training zu beobachten, die nach längerer Fütterung von angereicherten Fertigfuttermitteln nur noch unter "ferner liefen" zu finden sind. Diese Effekte treten aber erst nach längerer Zeit ein und nicht in dem Untersuchungszeitraum von mehreren Monaten, innerhalb dessen Universitäten oder Futtermittelhersteller bei ihren Untersuchungen beobachten.

Hm, Nicky reagiert auf z.B. Hafer mit extremer Scheuerei. Er verträgt ihn nicht.

Es wäre sinnvoll, in Ihrem Fall eine Futteranalyse auf die Spurenelemente Zink, Kupfer und Mangan durchzuführen. Wenn die Werte für Zink zwischen 20 und 30 Milligramm, die für Kupfer zwischen 4 und 8 Milligramm und die von Mangan zwischen 30 und 60 Milligramm jeweils pro Kilo Trockenmasse liegen, so ist das Heu und Gras vermutlich unbelastet und müsste bei ausreichender Fütterung langfristig zu einer Normalisierung der Blutbilder führen, da sich dann alle Depots auf den natürlichen Zustand auffüllen oder leeren. Dies kann nach meinen Beobachtungen bis zu 3 Jahre dauern.
 

Danke für die Angabe der Werte. Nicky stand schon in 4 verschiedenen Ställen seit ich ihn habe, jeweils mit anderem Heu und Gras. Jetzt derzeit bezieht der Stallbesitzer das Heu von unterschiedlichen Quellen, ebenso das Stroh. Da ich Nicky ja nicht allein von Gras, Heu und Stroh ernähre kommt jetzt die spannende Frage nach einem Kraftfutter. Wie ich schon schrieb bekommt er derzeit 200g Hesta light energy. Darin sind natürlich recht hohe Anteile verschiedenster Spurenelemente enthalten. wie kann ich das nun einbeziehen in die Berechnungen ? Oder welche Alternative gibt es ?

Das sicherste ist auf jeden Fall, sich natürliches Futter mit durchschnittlichen Werten zu beschaffen, auf die Selbstheilung des Körpers zu vertrauen und die Finger von angereicherten Fertigfuttermitteln zu lassen. Alles andere ist wie der Versuch, eine Maschine mit 40000 Knöpfen durch das Drehen von einigen wenigen Knöpfen, deren langfristige Wirkung man überhaupt noch nicht untersucht hat, einzujustieren!

Klingt logisch, aber ein Mangel ist doch auch ein Knopf, der scheinbar eine Weile gedrückt war, ausgelöst durch was auch immer und solange ich nicht weiß, was diesen Knopf gedrückt hat, also warum er einen so starken Mangel an Zink hat(te), kann ich doch auch kaum gegensteuern. Nach dem Versuch den Mangel "wegzufüttern" ist er in diesem Jahr ohne Juckreiz, einfach symptomfrei, das möchte ich erhalten und nicht gefährden. Frau Dr. Weyrauch meinte das sagt mehr als 1000 Blutproben.
Ich hoffe Sie verstehen, dass wir als Pferdebesitzer verwirrt durch so unterschiedliche Aussagen dazu neigen 100 Fragen zu stellen, um letztlich vielleicht besser zu verstehen und uns zwischen den angebotenen Meinungen selbst ein Bild machen zu können.
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Sie der Meinung, dass (Ausnahmen ausgenommen) das Futter ohne spezielle Anreicherungen ausreichend Spurenelemente enthält ? St. Hippolyth vertritt eine gegenteilige Meinung. Es ist sehr schwer für mich, ohne fachliche Ausbildung, das alles zu verstehen. Sie preisen deshalb ihre Futtermittel an, mit eben dem Hinweis, dass es in Gras und Heu und auch im Getreide nicht mehr die Mengen gibt und deshalb auch immer mehr Pferde reagieren mit z.B. Sommerekzem. Ich weiß aus ganz verschiedenen Foren auch um die Erfahrung vieler Pferdebesitzer, deren Pferde auf Fertigfuttermittel stark reagieren. Jetzt bleibt bei mir erstmal nur die Verunsicherung ...

Das kann nach einiger Zeit völlig außer Kontrolle geraten!

Das ist ja das fatale. Einerseits ist bei ihm einiges außer Kontrolle geraten und ich weiß nicht warum, jedenfalls wohl nicht wegen zu hoher Spurenelementefütterung oder Fertigfuttermitteln. Er hat trotzdem Sommerekzem. Andererseits aber muss ich einen Weg für die Zukunft finden, damit nicht wieder alles außer Kontrolle gerät.
Das ist der Grund, warum ich Ihnen geschrieben habe.


Silage würde ich übrigens auch lieber nicht füttern. Die darin enthaltene Milchsäure komplexiert einige Metalle und verändert deren Aufnahme durch den Körper ebenfalls in einer unnatürlichen Weise. Pferde haben in ihrer Entwicklungsgeschichte nie saures Futter gefressen und sind darauf eigentlich auch nicht optimal eingestellt.

Ich denke die Histamine in der Silage sind ein weiteres Problem, oder ? Daher kommt für den Kleinen eh keine Silage in Frage.

Rennpferde erhalten daher auch keine Silage. Es wurden leider in der letzten Zeit zu viel Untersuchung betrieben, welches Futter von Pferden kurzfristig einigermaßen schadlos "ausgehalten" wird und dem Menschen wenig Mühe bereitet, anstatt, welches langfristig gut "vertragen" wird. Zum angehängten Fallbericht, der noch nicht auf 2003 aktualisiert ist, möchte ich noch anfügen, dass unsere Pferde nach 3 Jahren natürlichen Futters nun anscheinend auch wieder unempfindlicher gegen Giftpflanzen wie z.B. Hahnenfuß werden. Nesselsucht tritt nur noch sehr schwach auf. Sie werden einfach wieder härter und unempfindlicher, so wie es eigentlich sein soll!


Beginnen möchte ich heute mit einer Art Rechnung für meinen Zwerg bezüglich Zink. Er ist ein Welsh mit ca. 200 kg Lebendgewicht. Ich setze bei ihm eine Aufnahme von ca. 4 KG TS täglich voraus. Durch 200 gr Hesta light bekommt er 108 mg/Kg TS Zink. Durch ein Kg Heu noch mal ca. 30mg. Also 138mg/Kg TS täglich. Er bekommt portionierte Weide, aber ich bin leider nicht im Stande auszurechnen wieviel Kg TS er damit aufnimmt. Also 138mg/Kg TS täglich  plus ein wenig Weidegras. Der "alte" Bedarfswert lag bei 50mg/Kg TS, Ihrer liegt bei 35mg, so ergibt sich ein Bedarf von 200/140 mg/Kg TS täglich. Im Winter liegt seine Aufnahme wohl bei 168mg/Kg TS. Ich finde den Wert jetzt nicht so stark über den Bedarf hinaus, oder halten Sie die Abweichung für zu groß ?

Mein Bedarfswert liegt sogar nur bei etwa 25 Milligramm Zink pro Kilo Trockensubstanz, das ist der Durchschnittswert dessen, was in natürlichem Futter enthalten ist. (Die Pferde in unserem Stall liegen wohl sogar darunter, weil das Hauptfutter Heu unter 20 Milligramm enthält). Demnach beträgt die aufgenommene Menge bei 4 Kilo Trockensubstanz pro Tag etwa 100 Milligramm, was sehr gut mit dem Wert von 280 Milligramm für ein Großpferd (550 Kilo) übereinstimmt, den Pagan und Geor in ihrer bereits erwähnten Veröffentlichung als Mindestbedarf fanden. Alles darüber hinaus wird gemäß Pagan und Geor wieder ausgeschüttet. Durch die Fütterung von 200 Gramm Hesta light verdoppeln Sie die Zinkmenge im Futter und belasten das Tier auf Dauer. (MEINES Erachtens! Andere mögen gerne anderer Ansicht sein!) Bei anderen Futtermittelherstellern ist die Überdosierung aber noch viel schlimmer!

Inwiefern verdopple ich die Zinkmenge ? Das doppelte Ihres Bedarfswertes läge bei 200mg, das der TiHo Hannover bei 280mg ?

Ihr Nicky frisst ihrer Schätzung nach etwa 4 Kilo Trockensubstanz (aus Heu, Gras, Stroh, Kraftfutter, Obst) am Tag, was in gutem Einklang damit steht, dass ein Großpferd etwa 10 Kilo am Tag zu sich nimmt. Die durchschnittlichen Zinkgehalte von natürlichen Pferdefuttermitteln (außer Obst, das liegt tiefer) liegen nach meinen Untersuchungen alle zwischen 20 und 30 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz, also nicht nur im Heu. Die andere aufgenommene Trockensubstanz muss mit ihrem natürlichen Zinkgehalt ebenfalls mitberücksichtigt werden! In den gesamten 4 Kilo Trockensubstanz sind damit etwa 80 bis 120 Milligramm Zink natürlich enthalten. Einige Forscher geben die Durchschnittswerte 5 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz höher an, als ich. Das könnte an der Umweltverschmutzung liegen (Zink z.B. aus Reifenabrieb, Auspufftöpfen und Düngung mit Klärschlamm). Wenn man dann von 30 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz ausginge, nähme Nicky durch seine 4 Kilo Trockensubstanz 120 Milligramm "natürliches" Zink auf. Hinzu kommen jetzt eben noch die 108 Milligramm Zink aus Hesta light, was die gesamte Zinkmenge etwa verdoppelt und auf einen Wert bringt, wie er früher vor den Untersuchungen von Pagan und Geor gefordert wurde, nämlich 228 Milligramm in 4 Kilo, also 57 Milligramm pro Kilo. Wenn man den Wert von 35 Milligramm von der TiHo Hannover übernähme (es ist dies nicht der von Pagan und Geor!), so ergäbe sich in der Tat ein Minus von 12 Milligramm. Da der Wert aber immer noch zu hoch angesetzt ist (ich vermute, es ist eher ein "politischer Wert", um nicht gleich zu stark nach unten gehen zu müssen!), ist Nicky mit seinen 4 Kilo Trockensubstanz ausreichend mit Zink versorgt, WENN das Grundfutter im Bereich von 20 bis 30 Milligramm pro Kilo liegt und nicht drastisch davon nach unten abweicht. (Man sollte eigentlich auch noch berücksichtigen, dass Pferde im Winter in ihrem ausgewaschenen Futter sogar wohl niedrigere Werte an Spurenelementen haben und das in der Natur gut überstehen, vielleicht brauchen sie es sogar!).

Hm, jetzt verstehe ich zwar was Sie meinen und wie Sie darauf kommen, rein rechnerisch, aber wenn ich konkret errechne wieviel Zink Nicky z.B. im Winter bekommt, dann rechne ich doch mit dem was er tatsächlich bekommt und nicht mit tatsächlich gefütterten 200 gr Hesta und 4 Kilo TS, sondern mit ca. 2 Kg Heu und 200gr Hesta. Er bekommt vielleicht noch 2 Möhren täglich und hin und wieder einen Apfel und ein wenig Stroh nimmt er sicherlich auch noch zu sich, allerdings sind das nicht 2kg TS täglich denke ich. Daher kam es wohl zu der unterschiedlichen Errechnung des täglichen aufgenommenen Zinkwertes. 2kg Heu = 40-60g Zink + 108g aus Hesta light, dazu noch die Möhren und das Stroh. Meist frisst er eh kein Stroh ;-). Ich denke es hängt auch sehr davon ab, wie leichtfuttrig ein Pferd ist.

Meiner Ansicht nach hängt das ganz bestimmt davon ab! Überhaupt bin sogar der Ansicht, dass es eher auf die Konzentration im Futter ankommt, als auf die Gesamtmenge (solange diese natürlich eine Mindestmenge nicht unterschreitet!) Ansonsten könnte man ja auch zum Frühstück nur Fett, zum Mittag nur chemisch reine Proteine und am Abend dann sämtliche Mineralien und Vitamine auf einen Schlag essen. Das funktioniert aber eben nicht!!! Bekommt ein Tier oder Mensch weniger Futter, so werden außer der Verdauung auch alle anderen Stoffwechselvorgänge heruntergefahren, die irgendwelche Substanzen, z.B. Spurenelemente, verbrauchen. Auch die der Alterungsprozesse! Interessanterweise zeigt sich übrigens bei allen Tierarten einschließlich der Primaten, dass eine sehr starke Einschränkung der Nahrungszufuhr (ungefähr die Hälfte dessen, was als Erhaltungsbedarf angesetzt wird!) die Lebensspanne deutlich erhöht (bei Ratten um 40%!!). Beim Menschen wurden diese Versuche aus ethischen Gründen natürlich bislang noch nicht ausgeführt. (Was hat man denn auch vom Leben, wenn man immer nur hungrig herumläuft oder herumliegt!)

Mein Großer (Nichtekzemer) braucht deutlich mehr Futter, also auch überdurchschnittlich mehr als andere Pferde mit dem gleichen Gewicht, die Rechnung würde bei ihm ganz anders ausfallen denke ich. Vielleicht eignet sich Futter mit "erhöhten" Zinkzugaben auch deshalb eher für Pferde mit geringem Futterbedarf, also für eben sehr leichtfuttrige ? Diese Pferde nehmen weniger TS auf, als normalerweise gerechnet wird und vielleicht ist das "Mehr" in diesen Futtermitteln auch gerade deshalb gut und nicht falsch ?

Ich hätte eher so argumentiert, dass leichtfuttrige besonders stark auf eine Überversorgung reagieren können. Meiner Ansicht nach sollten sie ausreichend Futter für die gleichmäßige Füllung der Därme, aber karges Futter erhalten. Der Darm des Pferdes muss gefüllt sein, um normal arbeiten zu können, sagt auch Herr Jentzsch. Dies wird durch ausreichend Rauhfutter garantiert. Daher bringt es z.B. auch nichts, einem Rennpferd weniger Heu und mehr kalorienreicheres Futter zu füttern (wie Futtermittelvertreter es den Rennpferdetrainern schon weismachen wollten!). Es läuft damit nicht besser, sondern sogar schlechter, obwohl es dann weniger Gewicht mit sich im Darm herumschleppen würde. Auch leichtfuttrige Ponys benötigen gefüllte Därme. Das Problem ist dann leider, dass sie bei unserer Haltung mit kräftigem Futter und weniger Bewegung als von Natur aus vorgesehen zu dick werden. Nicht anders, als bei den Menschen. Daher ist man gezwungen, die Futtermenge und leider eben auch die Rauhfuttermenge zu reduzieren, was aber wiederum Einfluss auf die Verdauung nimmt. Man ist da echt in einer Zwickmühle.


Das der bisherige Bedarfswert nicht stimmen kann, können Sie auch aus folgender Überlegung leicht erkennen: Der Bedarfswert für einen 70 Kilo-Menschen soll gemäß wesentlich aufwendiger durchgeführten Studien etwa 15 Milligramm am Tag betragen! Diese ergeben sich auch aus der Zusammensetzung seiner natürlichen Ernährung!!! Ein Mensch mit 560 Kilo ähnlich einem Warmblutpferd hätte demnach einen täglichen Bedarf von 120 Milligramm pro Tag!

Moment, da möchte ich doch klar einwenden, dass man den Menschen nicht mit dem Pferd vergleichen kann. Einerseits kritisieren Sie, dass die Bedarfswerte von Rindern übernommen werden, andererseits ziehen Sie den Menschen zum Vergleich heran. Beide Organismen lassen sich bezüglich des Bedarfes an Spurenelementen nicht miteinander vergleichen. Mal abgesehen davon aber wird z.B. bei Hauterkrankungen (Neurodermitis, Ekzeme etc.) häufig mit Zink therapiert und das mit sehr gutem Erfolg.

Es geht mir auch nicht um einen exakten Vergleich, aber ein Faktor 5 Unterschied ist nicht erklärbar! Da nämlich die Muskeln und Nervenzellen der Tiere ähnlich sind, sollte auch mit ähnlichem Verbrauch im Körper gerechnet werden können (ähnlich, nicht gleich). Das besonders gefährliche der Übertragung der Bedarfswerte anderer Tiere ist vor allem, dass diese Bedarfswerte auf die Tiermast optimiert wurden, also schnelles Wachstum, schnelle Schlachtung noch vor dem Erwachsenendasein, nicht gute Gesundheit und harte Knochen und hohes Alter.

Dazu fällt mir jetzt spontan der Normwert bei der Blutanalyse ein. Beim Menschen geht man von 1,2-1,7 mg/l aus, beim Pferd nur von 60-130 microgramm/dl, also im Grunde nur von der Hälfte. Kann es sein, dass im Grunde keiner wirklich weiß, was normal ist ? Alles sehr schwer zu vergleichen finde ich, oder ?

Ich glaube auch, dass da ein individuell weiter Spielraum möglich ist und es sogar gefährlich sein kann, mit Gewalt zu versuchen einen Normwert zu erreichen. Wesentlich ist, dass der Mensch oder das Tier sich wohlfühlt. Dieses Wohlfühlen ist nämlich eine Betrachtung der Gesamtheit ALLER Parameter gleichzeitig und nicht nur einiger weniger. Das ist auch das, worauf die Rennpferdetrainer Wert legen, dann laufen die Pferde nämlich auch gerne! (Herr Jentzsch erkennt das vor allem am Gesicht des Pferdes nach dem Training!) Wenn man vom Erbmaterial her gar nicht der Norm entspricht, so muss man zwangsläufig dabei krank werden, wenn man mit Gewalt versucht einen für die eigene Person eigentlich untypischen Wert Normwert zu erreichen!

Man wird nun sagen können, falsch, das Pferd frisst mehr am Tag! Der Büro-Mensch hat einen Tagesbedarf von etwa 2500 Kcal, das Pferd von 20000 kcal. Das ist auch ungefähr das achtfache, es ändert sich also nichts. Darüber hinaus muss man bedenken, dass Menschen Allesfresser sind und auch Fleisch zu sich nehmen, welches wesentlich zinkreicher ist als Grünzeug (50 bis 100 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz), der Mensch ist also eigentlich besser an zinkreichere Ernährung angepasst als ein Grasfresser. Und dennoch kommt er bei 70 Kilo Gewicht laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung mit 15 Milligramm pro Tag aus, also ungefähr 0,2 Milligramm pro Kilo Körpergewicht. Das Pferd hingegen soll mindesten 500 Milligramm am Tag zu sich nehmen, also etwa 1 Milligramm pro Kilo Körpergewicht! Das ist ein eklatanter Unterschied, der nicht zu erklären ist!
Mit dem Wert von Pagan und Geor kommt man auf einen Bedarf für das Pferd von ungefähr 0,5 Milligramm pro Kilo Pferd und Tag. Dieser Wert ist durchaus akzeptabel, wenn man noch bedenkt, dass der Mensch im allgemeinen Nahrung zu sich nimmt, die pro Gewicht mehr Kalorien enthält, d.h., er nimmt bei gleicher Kalorienmenge weniger Trockenmasse auf. Damit kann man noch einen Faktor 2 erklären und käme dann ungefähr auf das, was Pagan und Geor gefunden haben. Die Befunde von Pagan und Geor sind also einigermaßen verträglich mit dem, was die Ernährungswissenschaft für den Menschen gefunden hat, die früheren Ergebnisse sind das nicht!


Als stark vereinfachtes "Gleichnis" möchte ich einen Garten nennen, der in einem heißen und trockenen Sommer verdorrt, weil alle Wasservorräte im Boden von den Pflanzen verbraucht wurden und der Rest verdampft ist. Durch tägliches Gießen mit einer Wassermenge, die wesentlich höher liegt als die durchschnittliche übliche Niederschlagsmenge, wird man schnell feststellen, wie sich alles von der Dürre erholt und der Garten aufblüht. Um zu verhindern, dass jemals wieder der Garten vertrocknet, gießt man fleißig weiter und pumpt alles überflüssige Wasser ab in einen Teich. Das wird alles wunderbar funktionieren und der Garten wird wunderbar aussehen - bis der Teich voll ist und überläuft, oder die Lenzpumpen versagen. Von den Ernährungswissenschaftlern wurden bislang diese langfristigen Effekte über Speicher im Körper völlig vernachlässigt. Sie treten erst nach Zeiten auf, nach denen Forschungsvorhaben mit scheinbar positivem Ergebnis (der Garten blüht wieder!) längst abgeschlossen sind. Im Körper ist es darüber hinaus noch komplizierter, weil sich die Auffüllung oder Leerung eines Depots erst mit dieser Zeitversetzung auf die Füllung oder Leerung anderer Depots, die mit diesen in Wechselbeziehung stehen, auswirkt. Und dieses ganze Geflecht von Wechselwirkungen von Nahrungsbestandteilen ist noch völlig unverstanden. Es sind einfach zu viele. In vielen Fällen tritt schon ab der Zahl drei das Chaos ein.

Dieses Gleichnis ist in sich schlüssig, nicht aber Nicky's Situation, denn durch das Füttern von "normalem" Heu, Stroh und Gras kam es zum Mangel, keiner weiß genau wie, aber ich muss doch annehmen, dass eben nicht genug Zink enthalten war oder etwas anderes die Aufnahme verhindert hat. So wäre vielleicht eine Möglichkeit das wieder ausgeschiedene Zink zu kontrollieren, aber ich kenne niemanden, der so etwas testen und einordnen kann, denn wer weiß schon wieviel Zink in Urin und Kot "normal" sind ? Dann wüsste ich, ob er das Zink verwertet oder ausscheidet. Sie haben diesbezüglich nicht zufällig eine Idee ? Ihre Bedarfswerte für Zink sind deutlich niedriger, als bisher, wie kamen Sie zu diesem Schluss ? Mit welcher Art Testverfahren lässt sich definitiv der Bedarf bestimmen ?

Ich kann nicht glauben, dass Nicky wirklich normales Heu, Stroh und Gras erhalten hat. Gerade bei frischem Gras kann sich z.B. das auswirken, was Sie später noch richtig ansprechen, dass es nämlich hochgezüchtete Gräser für die Viehzucht und Milchwirtschaft sind. Häufig tritt nämlich die Neigung zum Scheuern nicht dann auf, wenn die ersten Mücken da sind, sondern, wenn die Tiere den ersten Weidegang haben! Diese Neigung schwächt sich deutlich ab, wenn sie kein Fertigfutter mehr erhalten. Das schöne daran, natürliches durchschnittliches Futter zu füttern ist gerade, dass man sich nachher um nichts mehr kümmern und sorgen muß. Man muss nur Geduld haben und warten. Der Versuch hingegen, alles genau einregeln zu wollen, ist wie der Tanz auf einer glattpolierten Kugel, bei dem ständig die Gefahr besteht, dass man zu einer Seite abrutscht. Was man eigentlich anstrebt ist ja, wieder ohne viel Herumzudoktern mit seinen Tieren leben zu können statt für sie leben zu müssen! Alles Messen, Denken und sich Sorgen können Sie schlicht vergessen. Sollen das ruhig die Leute an den Unis machen!

Das verstehe ich jetzt nicht. Wenn ich nun sämtliches Futter analysiere, um z.B. für Nicky den Bedarf zu decken ohne ein Zuviel anzubieten, dann versuche ich doch auch alles einzuregeln. Wie die Dissertation von M. Granel zeigt schwanken die Werte in Gras und Heu doch sehr stark, speziell die Zinkwerte lassen kaum einen konstanten Wert erkennen. Um dann sicher zu sein müsste ich doch eine Analyse von jeder Weide, eigentlich von jedem Aufwuchs machen lassen und von jedem Heu ? Da bin ich jetzt etwas verunsichert, denn auf die Natur vertrauen scheint mir angesichts der Praktiken der Heubauern etwas unsicher ?

Man darf nicht die regelnde Wirkung der zigtausend anderen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe im Heu und Gras vergessen, deren Wirkung bislang völlig unverstanden ist. Ich selbst füttere daher nur Heu von nicht kunstgedüngten Wiesen. Aber vermutlich sind sparsam gedüngte Wiesen auch noch verträglich, wie der Fall Dülmen zeigt. Wenn ich alles analysiere, versuche ich nicht wirklich aktiv regelnd einzugreifen, sondern ich versuche empirisch ein Futter anzubieten, in dem die Parameter mit größerer Wahrscheinlichkeit so sind, dass das Pferd selbst damit umgehen kann mit Hilfe der in Jahrmillionen erworbenen Eigenschaften für den Umgang mit natürlichem Futter. Zusätze hingegen sind wie das Drehen an Schrauben, deren Wirkung man langfristig nicht kennt und führen zu einer Übersteuerung, weil im Körper alles zeitverzögert abläuft.

Wenn Ihrer Meinung nach das Zuviel der Spurenelemente ein Grund für das Entstehen des Sommerekzems ist, dann möchte ich einwenden, dass Zinkmangel häufig bei Ekzemern ist. Wie ist das zu erklären ?

Ich glaube, dass sich das alles hochschaukelt, weil die Leute bei einer Kleinigkeit gleich überreagieren und mit allen möglichen Futterzusätzen anfangen am Pferd herumzuprobieren. Meistens hängt auch noch ein Mineralleckstein in der Box, der alles völlig aus dem Gleichgewicht bringt. Unausgewogene Überschüsse einer Substanz drücken andere Substanzen in den Mangelbereich. Erfolgreiche Rennpferde bekommen keine Minerallecksteine sondern reine Kochsalzlecksteine. Minerallecksteine werden nach Aussage von Heinz Jentzsch von ihnen schon aus Instinkt abgelehnt.

Da kann ich ihnen nur Recht geben, ich hoffe aber, dass sich das inzwischen herumgesprochen hat


Es weht daher seit einigen Jahren auch ein "wind of change" durch die Ernährungswissenschaft des Menschen. Zum Dogma erstarrte Grundsätze, wie z.B. die jahrzehntelang propagierte Verdammung des Fetts und das Lob einer kohlenhydratreichen Ernährung wurden bereits von ihm verweht. Andere aufgedeckte Fehler sind z.B. die Supplementierung mit Kalzium bei Knochenbrüchigkeit, die Überversorgung mit Vitaminen in Form von Tabletten (z.B. mit Vitamin A, welches in der bis vor kurzem noch als notwendig erachteten Menge die Knochenbrüchigkeit erhöht) oder Provitaminen (z.B.Carotin, welches bei Rauchern die Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs erhöht, statt, wie versprochen, sie zu senken).
Alle großen Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit des Menschen sprechen neuerdings dafür, dass man Ernährung eigentlich nicht in einzelne Faktoren zerlegen kann, dass sie sich also nicht aus der Summe aller lebensnotwendigen Nährstoffe ergibt, sondern als Ergebnis von Interaktionen und Synergismen aller Bestandteile (DGE-Vizepräsident Wolfram). (Einen guten Überblick über den Stand in der Ernährungswissenschaft und eine Information, wie dort in der Vergangenheit geforscht wurde, gibt der Artikel "Die Mär vom ungesunden Fett" in Bild der Wissenschaft, Heft 7/2002.)
Von den Leitsätzen und Verboten aus der Vergangenheit ist daher unter dem Strich kaum mehr geblieben als die Empfehlung, sich möglichst vielseitig zu ernähren, sich die Lebensmittel in einem möglichst "ausgewogenen" Verhältnis zuzuführen, schlank zu bleiben und sich viel zu bewegen.
Das sicherste, was man daher beim Pferd tun kann, ist, so natürliches Futter, wie möglich zu füttern. Nun schwanken die Gehalte im Futter aber mit dem Standort. Es gibt Orte mit höheren Gehalten an bestimmten Stoffen und solche mit niedrigeren. Das Pferd als Wandertier mittelt diese Unterschiede zeitlich aus. Daher ist es sinnvoll, Pferden Futter mit durchschnittlichen Werten zu füttern.

Leider ist das sehr theoretisch, denn welcher Pferdebesitzer in einem Pensionsstall kann von jeder Weide und jedem Heu und Stroh eine Futteranalyse machen lassen, dann noch das geeignete Futter auswählen, das alles dann mehrmals im Jahr, da die Weiden gewechselt werden, der Heulieferant wechselt usw.. Selbst wenn das aber zu bewerkstelligen ist, habe ich noch eine Frage zu den durchschnittlichen Werten. Wo genau liegt jeweils der Durchschnitt der Werte ? Ist nicht auch der Bedarfswert für jede Rasse individuell ? Hat nicht ein deutsches Warmblut andere Bedarfswerte als ein Isländer oder ein Welsh-Pony ?

Sie haben Recht, es ist für viele Pferdebesitzer schwierig, er hat es ja selber nicht in der Hand. Das einfachste wäre, zu schauen, in welchen Ställen Pferde schon lange stehen, ohne Ekzem zu haben. Solche Ställe scheinen gesund zu sein und dorthin sollte man seine Pferde versuchen zu stellen, wenn man es nicht in Eigenversorgung hat. Bei Eigenversorgung könnte man sich erkundigen, wo die Ställe, in denen keine Ekzemer stehen, ihr Futter herhaben und es dann ebenfalls dort kaufen. Die Bedarfswerte sind vermutlich schon etwas verschieden, aber nur geringfügig. Ich glaube übrigens, dass merkwürdigerweise Vollblüter und Kaltblüter am empfindlichsten gegen Überdosierungen sind und Warmblüter etwas unempfindlicher, vielleicht, weil es eher "Mischlinge" sind.

Interessante Idee, aber dazu möchte ich anmerken, dass in Ihrem Fallbeispiel das Ekzem zwar besser, aber nicht verschwunden ist. Somit würden auch in diesem Stall Ekzemer stehen, auch wenn Die Fütterung in "Ihrem Sinne " gehandhabt wird. Vielleicht sind Ställe mit vielen Ekzemern eher ausgelegt auf die spezielle Haltung eines solchen Tieres, somit würde ich schauen wo es weitere Ekzemer gibt und wie diese versorgt werden. Ist bei einem Tier einmal das Ekzem ausgebrochen nützt oft die beste Haltung nicht, das lindert, aber es beseitigt selten das Ekzem. Somit müsste ich vielleicht fragen in welchen Ställen das Ekzem erstmals aufgetreten ist bei eingestellten Pferden und das wird mir niemand beantworten.

In Ställen mit Ekzemern weiß man, dass da etwas nicht stimmen kann, sonst wären ja keine da. In Ställen mit Ekzem haben die Pferdehalter zwar Erfahrung damit, aber sie haben es anscheinend noch nicht gelöst, oder, wenn es im Abklingen begriffen ist, braucht es eben auch noch Zeit, falls sie gelernt haben, den Fertigfuttern zu misstrauen. Das muss man meines Erachtens rein empirisch betrachten. Bei uns ist jetzt Gott sei Dank alles sehr weit auf dem Wege der Besserung vorangeschritten, zwar (leider) langsam, aber eben stetig! Der Weg stimmt! Ich will nicht ausschließen, wie ich bereits sagte, dass man kurmäßig einmal eine Zeit etwas füttern kann um direkt einzugreifen, wie z.B. ihr Hesta light. Persönlich traue ich der Sache aber nicht mehr und wieso soll ich auch etwas tun, was den Erfolg womöglich wieder gefährdet? Was Rennpferde im Training nicht brauchen, brauchen meine Feld-, Wald-, Wiesenpferde zweimal nicht!

Die meisten wechseln im Laufe der Zeit häufig die Ställe, somit handelt es sich oft um zugezogene Ekzemer. Die Pferde haben das Problem sozusagen mit in den Stall gebracht, es ist nicht dort entstanden.

Ja, man muss wissen, dass die Pferde in dem betreffenden Stall schon lange beheimatet sind, sonst kann man über die Gesundheit des Stalles natürlich keine Aussagen machen.


Ich nehme an, dass das Heu und Stroh und sicherlich auch das Gras min. so problematisch anzusehen sind, wie Fertigfuttermittel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Heu in der Zusammensetzung sich nicht über die Jahrzehnte verändert hat.
Nehmen wir die typischen Ekzemerrassen, leichtfuttrig, um es mal knapp zusammenzufassen. Auf das für deutsche Hochleistungsmilchkühe gezüchtete Gras sind diese Rassen nicht "vorbereitet". Sicher nicht, weil zu viele Spurenelemente enthalten sind. Aber in seiner gesamten Zusammensetzung entspricht es nicht dem "ursprünglichen " Futter, also im Grunde fast wie ein Fertigfuttermittel, dem diese Rassen in ihrer Heimat begegnen. Dazu kommen Düngungen und damit auch die Veränderung der Böden, der wiederum die Pflanzen beeinträchtigt. Ist das alles denn wirklich noch natürlich ? Ich denke nicht. Da dasselbe für das Heu und das Gras gilt halte ich persönlich es für unwahrscheinlich, dass nicht schon durch das Grundfutter Veränderungen im gesamten Spurenelementehaushalt stattfinden. Somit liegt das Problem in der gesamten Fütterung vor, egal ob Heu, Stroh, Gras, Getreide oder Fertigfuttermittel, denn auch Getreide ist kaum unbehandelt und unbeeinflusst heutzutage. So kann ich doch als Pferdebesitzer kaum noch davon ausgehen das Pferd so ernähren zu können, wie es dem Bedarf entspricht. Wie Sie schon sagten: In der Natur reguliert das Pferd vieles selbst, das ist aber nicht möglich, daher denke ich kann es ebenso zu starken Mängeln kommen, wie auch zu einem Überangebot.

Sie haben sicherlich absolut Recht, das gesamte Futter muss ganzheitlich betrachtet werden. Gras und Heu sollte so sein, wie es eben ohne spezielles Einsäen von der Wiese kommt und auch nicht neben Straßen wachsen! Vollblüter in den großen Gestüten werden nur auf ungedüngten Weiden aufgezogen. Dass Kunstdüngung in Maßen, zumindest, was das Ekzem betrifft, aber noch tolerierbar wäre, zeigen die Dülmener Wildpferde.

Bis zu einem gewissen Grade sind Pferde nach neuen Untersuchungen auch in der Lage, den Körper auf andere Gehalte anzupassen. Dies erkennt man zum Beispiel daran, dass zeitabhängige Retentionsdiagramme von Spurenelementen eine Krümmung aufweisen und nicht linear sind (zu finden z.B. für Kupfer in Pagan und Geor ("Advances in Equine Nutrition", 2001, Nottingham University Press). Die Behauptung, dass heutige Futtermittel gegenüber früher Mängel aufwiesen, zum Beispiel aufgrund des sauren Regens einen Kupfermangel, ist auch nicht ganz korrekt. Ich erinnere mich, nach 1995 entweder in Bild der Wissenschaft oder in Spektrum der Wissenschaft einmal einen kurzen Bericht über eine Untersuchung gelesen zu haben, in der 50 Jahre alte Futteranalysen mit heutigen vom gleichen Boden verglichen wurden und kein Unterschied festgestellt wurde.

An dieser Stelle möchte ich Ihren Gedanken aufgreifen. Was auch immer getestet wurde wird nicht vollständig sein, oder ? Die ermittelten Werte im Vergleich zeigen nichts anderes, als den Zinkwert vor und nach der Zinkzufütterung, einmal im Minus, einmal ausgeglichen. Ebenso macht es doch der Landwirt, der den Boden bearbeitet, ausgelegt auf die für ihn und die Pflanze wichtigen Werte wird getestet und gedüngt und bearbeitet, alles andere bleibt im Dunkeln. Als Beispiel die Nitratgehalte im Trinkwasser, die ich aus eigener Erfahrung leider nur zu gut kenne. So hat der Boden wieder alle Voraussetzungen, um eine gute Ernte zu erzielen, das Grundwasser ist aber als Trinkwasser unbrauchbar geworden. Die Belastung ist zu hoch.

Es kann natürlich nie alles getestet werden. Die Nitratgehalte im Grundwasser haben in den letzten 10 Jahren aber schon deutlich abgenommen!

Was aber leider meistens geschieht, ist, dass Analysenwerte nicht mit Durchschnittswerten verglichen werden, wie sie seit Jahrmillionen vorliegen, und an die sich die Tiere gewöhnt haben, sondern mit den geforderten "Bedarfswerten", die sich für die Tiermast, also die schnelle Fleischproduktion bis zu möglichst früher Schlachtung als günstig erwiesen haben!

Wären Sie bitte so freundlich mir an dieser Stelle zu helfen, denn ich habe leider keine Ahnung aus welchen Werten/Erfahrungen die Bedarfsmengen für Pferde bisher errechnet wurden ? Und wie haben Sie diese Bedarfswerte zusammenstellen und vergleichen können ? Danke

Ich habe einfach weltweit Analysen von Gras und Heu aus unbelasteten Gebieten mit guter Pferdezucht angeschaut. Die in meinem Fallbericht angegebenen Werte von Alberta sind typisch. Überhaupt liegt das meiste Grünzeug, ob Obst oder Getreide zwischen 10 und 35 Milligramm Zink pr Kilo Trockensubstanz. Ab 120 Milligramm treten schon bei den meisten Pflanzen Vergiftungserscheinungen auf. Bislang hat man einfach Werte aus der Tiermast an Pferden ausprobiert und nach einigen Monaten (Diplomarbeitslänge!) als gut empfunden. Wirklich langfristige Untersuchungen gab es nicht, weil zu teuer und kein Futterhersteller das bezahlt und auch epidemiologische Untersuchungen wurden nicht angestellt oder nicht veröffentlicht.
Wenn man dies tut, weisen in der Tat die meisten Futtermittel "Mängel" auf. Diese angeblichen Mängel beruhen jedoch darauf, dass die Natur mit einer falschen Theorie gemessen wurde. Nichtsdestotrotz existieren natürlich auch in der Natur Futtermittel, die Mängel aufweisen. Das wandernde Tier gleicht sie aus. Ein ortsfest gehaltenes Tier kann das natürlich nicht. Ist das Futter an diesem einen Ort, zum Beispiel eben auf reinen Sandböden, dergestalt mangelhaft, dass der Organismus sich nicht daran anpassen kann, so führt dies in der Tat zu Mängeln. Es ist aber ein Fehler, daraufhin auf Dauer Überschüsse zu verabreichen, denn diese verursachen langfristig gesehen ebenfalls wieder Probleme!

Habe ich Sie jetzt richtig verstanden ? Sie haben die Bedarfswerte der Pferde "errechnet" indem Sie eine Art weltweiten Durchschnittswert aus Gras und Heu gebildet haben ? Ich hoffe ich habe das jetzt falsch verstanden, denn einen Bedarf kann man doch nicht errechnen aus dem weltweit durchschnittlichen Angebot ?

Doch das kann man und das habe ich getan. Es ist nämlich die einzige Methode, wirklich langfristig verträgliche Werte zu erhalten, da die Ernährungswissenschaftler alle mit ihren Kurzzeituntersuchungen die Depotbildung nicht berücksichtigt haben. Darüber hinaus stimmen diese Werte auch gut mit den Werten überein, die Rennpferde erhalten. Die Praxis zählt. Also müssen sie viel besser stimmen als die der Tierernährungswissenschaftler, zumal Rennpferde mit deren Futter, wie bereits erwähnt, nach einiger Zeit auf der Rennbahn im Leistungsvergleich versagen. Auch bei der Ernährung des Menschen wird versucht, dem natürlichen so nahe wie möglich zu kommen.

Darf ich jetzt noch mal ganz deutlich nachfragen: Es haben auch von Ihrer Seite keine Untersuchungen stattgefunden, die die Werte ergaben, die Sie als Bedarf ansetzen ?

Die Werte in unserem Stall, die nun zur Gesundung führen, sind analysiert, und liegen sogar etwas tiefer, als die weltweiten Durchschnittswerte, die ich gefunden habe. Die Werte für Rennpferde sind die Mittelwerte aus dem natürlichen Futter, das sie erhalten, denn die Renntrainer kaufen ja ständig neues Futter (wenig Lagermöglichkeit für so viele Pferde!) und das variiert statistisch, so dass sich individuelle Unterschiede langfristig zum Mittelwert ausgleichen. Der Vitaminsirup enthielt in der Tagesdosis 8 Milligramm Zink und kein Kupfer, das kann man also getrost vergessen!

Um jetzt wieder auf die Natur zurückzukommen, als Konstrukteur der Werte. Wäre es nicht sinnvoller die Werte rein aus Gräsern, Weiden und allem sonst in der Natur zur Verfügung stehenden Futtermitteln zu berechnen ? Wenn Sie sagen die Praxis zählt, dann ist es nicht die Natur, die hier vorgibt. Ich möchte anmerken, dass Pferde in freier Wildbahn im Grunde doch ausschließlich eher Gräser als Heu zu sich nehmen und in Ihrem Fallbericht liegt der Zinkgehalt des Grases doppelt so hoch, wie der des Heus. Wenn nun also ein Pferd täglich auf Weideflächen stehen würde und dort 4 Kg TS zu sich nehmen würde, dann entspräche das einen Bedarfswert von 4 x 40 mg/KG TS täglich, also deutlich höher als Ihr angesetzter Wert ? Dann läge Nicky mit 128 deutlich im Mangel jetzt im Sommer. Heu ist doch auch nicht die Erfindung der Natur, sonst würde gleich Gras mit Werten wie beim Heu aus dem Boden wachsen. Somit ist der Bedarf doch errechnet aus einem funktionierenden Fallbeispiel, nicht dem der Natur. Ein mit Heu und Hafer gefüttertes Rennpferd, dass seiner natürlichen Nahrung, nämlich Gras beraubt wird kann doch nicht als Grundlage dienen für etwas, dass Sie "Fütterung, wie es die Natur vorgesehen hat" nennen. Würde man die Dülmener mit reiner Weidenahrung im Sommer als Gruppe hernehmen, die ekzemfrei ist, keine Fertigfuttermittel bekommt, so würde diese Gruppe rein nach den im Gras enthaltenen Zinkwerten berechnet und somit läge der Bedarf weit höher. Im Grunde ist doch lt. Ihrer Aussage auch diese Gruppe ein Beispiel für die Vorteile fertigfuttermittelfreier Fütterung. Hm, ich fürchte die von der Natur vorgesehenes Mengen werden wir heute aufgrund der Evolution und der durch uns entstandenen Veränderungen im Nahrungsangebot niemals erfahren. Somit ist der Bedarfswert nicht der springende Punkt, weil er reine Theorie ist und nicht mehr ursprünglich genug um aussagekräftig zu sein. Vielmehr interessant bleibt die Frage was ist enthalten in Fertigfuttermitteln, dass dort nicht hineingehört, nicht eben naturgemäß ist. Diesen Ihren Ansatz finde ich sehr interessant und ich hoffe in Zukunft wird vermehrt auf den Zusatz unnatürlicher Futtermittel wie Melasse usw. verzichtet werden.

Der Zinkwert in unserer kleinen Weide ist ziemlich sicher erhöht, weil sie in der Nähe einer mittelstark befahrenen Straße liegt. Heu ist auch nur getrocknetes Gras, im Gegensatz zu den Vitaminen, die beim Trocknen z.T. zerstört werden (und die daher bei Rennpferden auch mit Vorteil ergänzt werden!), bleiben alle Spurenelemente in der Trockensubstanz erhalten, außer einer kleinen Abweichung durch die Samen, die im Heu z.T.ausgeschüttelt sind, aber nur einen geringen Gewichtsanteil ausmachen.

Heu ist nur getrocknetes Gras..., ja schön wäre es, denn es hat sich doch nicht nur in ihrem Fallbeispiel gezeigt, dass es doch für den Ekzemer einen deutlichen Unterschied macht, ob er nun Gras oder Heu bekommt. Da wird noch mehr anders sein, sonst würden nicht alle Pferde auf Grasreduzierung positiv reagieren.

In der Tat! Pflanzen enthalten etwa 40000 unterschiedliche Stoffe (primäre und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe), von denen bislang nur etwa 2000 charakterisiert sind und die wenigsten davon in ihrer Wirkung bekannt sind, erst recht nicht in ihrer Wechselwirkung mit den ganzen anderen Substanzen. Hinzu kommen noch die ganzen Zwischenprodukte bis zum Endprodukt jedes dieser 40000 Substanzen, die die Pflanzen enthalten. Davon gehen natürlich viele beim Trocknen oder Lagern schnell oder langsam kaputt, z.B. einige der Vitamine. Die mineralischen Stoffe, zu denen auch die Spurenelemente gehören, sind jedoch, da Elemente und nicht flüchtig, im Heu oder Stroh noch enthalten.

Ich denke letztlich ist der Körper mit der Verstoffwechselung des Grases überbeansprucht, dass liegt sicher am Eiweiß, aber vielleicht nicht ausschließlich.

In letzter Zeit sind die Fructane (eine Art Stärke) in Verruf gekommen und nicht mehr so sehr das Eiweiß! (Sogar Frau Prof. Kienzle hat neuerdings zugegeben, dass die Bedarfswerte für Eiweiß beim Pferd eigentlich von den Schweinen übernommen wurden und gar nicht direkt untersucht wurden!!! Man kennt den wahren Bedarf also gar nicht!) Parallel dazu beim Menschen die Stärke, vor allem in ihrer in heutigen Lebensmitteln vorhandenen leicht verwertbaren hochraffinierten Form. Sie wird für den Zuwachs bei der Fettsucht und Diabetes der letzten Jahrzehnte hauptverantwortlich gemacht. Und z.B. auch für die Zunahme der Kurzsichtigkeit (über die Insulinausschüttung, die wiederum Hormone ausschüttet, die das Längenwachstum des Auges in der Entwicklung des Kindes beeinflussen!)

Obwohl die Natur es ja ursprünglich so vorgesehen hatte, können doch die Pferde nicht alle mit 24 Weidegang leben, jedenfalls dabei nicht gesund bleiben. Unter den Ekzemern ist das besonders zu beachten und allein die Reduzierung der Grasaufnahme führt schon zu starken Verbesserungen bei den betroffenen Pferden. Dabei führt zu viel Heu nicht zu Verschlimmerung der Ekzem in der Art, wie es Gras vermag. Was ergaben denn die Durchschnittswerte für Zink im Gras bei Ihrer Ermittlung der Bedarfswerte ? Ist in Gras normalerweise genauso viel Zink wie im Heu ? Ist es nicht doch IMMER weniger ?

Es ist vermutlich immer etwas weniger, aber nicht viel (wegen der Grassamen, die herausgeschüttelt werden und die wie Hafer etwas zinkreicher als der Rest des Halmes sind. Darüber hinaus ist auch junges Gras etwas zinkreicher als altes.

Gibt es Quellen, aus denen ich als Pferdebesitzer ersehen kann wie die Durchschnittswerte z.B. in Wales vor dreißig Jahren waren oder Futteranalysen von einem bestimmten Ort aus einer bestimmten Zeit ?

Das weiß ich leider nicht. Meine Werte aus Alberta waren, so viel ich mich noch erinnere, von Anfang der siebziger Jahre.


Wie schnell gewöhnt sich z.B. ein Isländer an unsere heimischen Durchschnittswerte und hat eine importierte Rasse nicht vielleicht ganz andere Durchschnittswerte ?

Tiere, die hier geboren sind, sind besser an hiesige Verhältnisse, ob Klima oder Futter angepasst. Sie sprechen hier ein Thema an, dass einfach noch unverstanden ist und zu dem vielleicht auch die so genannte Epigenetik beitragen kann, die es sich als Ziel gesetzt hat zu erklären, wie das Genom abgelesen wird. Dies ist nämlich auch futterabhängig, mindestens gegenüber Fertigfutter, wie neueste Untersuchungen gezeigt haben. Die als Futterzusatzstoffe leider viel verwendeten Stoffe Folsäure, Vitamin B12, Cholin und Betain haben als Zusatzstoff verabreicht bei Mäusen in der Schwangerschaft den Nachwuchs völlig verändert und diese Veränderungen sind vererbbar. Es trat eine Erbsubstanzänderung durch DNA-Methylierung an Stellen ein, die die Ablesung des Genoms in unnatürlicher Weise verändert (Waterland, Jirtle, Molecular and Cellular Biology, Vol. 23, August 2003, S. 5293-5300). Diese Ergebnisse sind als sehr bedeutend anzusehen, sie sind der erste Nachweis, dass künstliche Zusatzstoffe auch die Erbsubstanz verändern! Und diese Stoffe wurden bisher auch schwangeren Frauen empfohlen, wovon die Wissenschaftler nun abraten, weil man nicht weiß, ob nicht auch andere Einflüsse da sind, wie frühere Krebsentstehung Übergewicht, Diabetes oder Autismus!


Stellen Sie sich z.B. vor, eine Entwicklungsabteilung hat einen Motor konstruiert, der mit einem Öl : Benzin Gemisch von 1 zu 50 optimal läuft. Nun kommt jemand daher und sagt: ein Motor braucht Öl, dann läuft er wie geschmiert! Daher nehme ich doppelt soviel Öl und mische 1 zu 25! Dieser jemand irrt sich: der Motor läuft nun nicht besser, sondern er geht über kurz oder lang sogar kaputt!

Wenn ich jetzt als Motorenbesitzer von der einen Seite zugerufen bekomme, dass ich 1:50 tanken soll und jemand anderes ruft auch, aber eben 1:25 . Was soll ich denn dann machen, denn ich habe den Motor doch nicht entwickelt ? Sie verstehen die Ratlosigkeit eines Pferdebesitzers ?

Der Entwickler war die Natur und was die Natur uns rät, das müssen wir auch weiter so machen, jede Abweichung muss langfristig zu Problemen führen. Wir können nicht glauben, dass wir schlauer sind als sie und von ihrem Bauplan abweichen.

Leider sehe ich nicht die Natur als das Maß, wenn die Bedarfswerte niemals wirklich  klar bestimmt werden konnten, so sind doch alle Aussagen nur Anhaltspunkte, aber nicht der Natur entnommen, sondern anderen Werten zugrunde gelegt. Wenn sie zum einen nicht von Pferden stammen und zum anderen einen Durchschnitt des Istwertes der Weiden und des Heus darstellen, so sehe ich nirgends den Bedarf im eigentlichen Sinne. Das verwirrt mich nach wie vor... Was kann ich errechnen, wenn das gewünschte Ergebnis nicht wirklich klar ist. Wie also sollte ich wissen, was mein Pferd braucht, wenn ich mich doch nur nach Werten richten kann, die eigentlich gar nichts sagen ?

Der Istwert des natürlichen Futters IST der Bedarfswert und das muss auch aufgrund der Evolution und Selektion so sein! Das ist auch für die menschliche Ernährung bekannt.

An dieser Stelle möchte ich nachfragen, was in Ihren Augen natürliches Futter ist ? In meinen ist es nicht Fertigfuttermittel, nicht Hafer (Getreide allgemein) und im Grunde auch nicht wirklich Heu und Stroh, diese nur bedingt.

Da haben Sie natürlich Recht, Heu und Hafer kommen aber in ihrer Zusammensetzung dem, was ein Wildpferd frisst, deutlich näher als angereicherte Fertigfutter, gerade ihr Gehalt an Spurenelementen entspricht im wesentlichen dem von "Urfutter" vermutlich liegt er sogar etwas höher. Und man darf nicht vergessen, dass unsere Pferderassen über Jahrhunderte auf diese Art Futter selektiert wurden! Ponys natürlich weniger als Warmblüter und Vollblüter. Daher vertragen Ponys Hafer vielleicht auch schlechter.

Herr Jentzsch hat eine sehr einfache Futtermaxime. Er sagt: Das Pferd hat nicht umsonst diese langen Därme, sondern es hat diese langen Därme, um aus dem Futter, wie es in der Natur vorkommt, das herauszuziehen, was es braucht! Der heutige Tierernährer und Pferdebesitzer meint leider, er müsse es den Pferden alles besonders leicht machen und besonders gut verwertbare Futtermittel anbieten. Das dabei der Darm seiner über Millionen Jahre angeeigneten Funktionen beraubt wird, beachten sie nicht. Die Unterforderung des Darmes führt wiederum zu anderen Störungen der Gesundheit. Das Pferd ist nicht nur ein Lungentier, es ist auch ein ausgesprochenes Darmtier! Systeme im Körper, die vorhanden sind, müssen auch trainiert bleiben, sei es das Immunsystem, das Muskel- und Skelettsystem, oder eben das Verdauungssystem!

Fällt es dem Darm denn schwerer Hafer zu verdauen, als z.B. Hesta light ? Bezieht sich das jetzt eher auf das Rauhfutter, das häufig vernachlässigt wird ? Da Getreide nun eigentlich auch kein "natürliches", also von der Natur vorgesehenes Futter ist birgt es andere Problem, wie z.B. die schlechte Verwertbarkeit der Spurenelemente durch die vorhandenen Pytate.

In Hesta light und anderen Fertigfuttern sind Stoffe im Überschuss vorhanden, die der Darm einfach aufnehmen kann, ohne sie erst aus anderen Verbindungen (z.B. Eiweißen) "herausbrechen" zu müssen, wie das bei natürlichem Futter der Fall ist. Der Darm muss weniger "tun", um zu den Stoffen zu gelangen.


Die Pferde von Deutschlands erfolgreichstem Galopprenntrainer Heinz Jentzsch erhielten in den Jahren, die sie in seinem Rennstall verbrachten durchschnittlich Zinkmengen von nur knapp 30 Milligramm pro Kilogramm Trockensubstanz und Kupfermengen, die aufgrund der relativ großen Hafermengen 6 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz wohl nicht überstiegen haben (5 bis 6 Kilo Hafer bei 6 Kilo Heu). Das Heu stammte, wie das der anderen erfolgreichen Kölner Trainer, aus der südfranzösischen Provinz Crau und ist daher gemäß Herrn Prof. Coenen sogar besonders häufig mangelhaft! Aber eben nur nach der Theorie, denn nachdem Lando vierJahre lang dieses Futter gefressen hatte, gewann er leicht den Japan Cup, das gewinnreichste Galopprennen weltweit!

Hm, seien Sie mir nicht böse, aber nur weil das Gewinnerpferd so gefüttert wurde ist doch nicht bewiesen, dass das grundsätzlich für jedes Pferd besser ist. Sind denn alle Futtermittel analysiert worden ? Ist lückenlos klar wieviel wovon er gefressen hat und ist alles, aber auch alles analysiert worden ? Und auch von allen anderen Pferden ? Wurden Blutwerte bestimmt in dieser Zeit (speziell Zink und Kupfer) ?

In den Ställen in Köln, wo zu meiner Zeit die erfolgreichsten Trainer Deutschlands arbeiteten, standen 500 Rennpferde, über 100 davon von Herrn Jentzsch. Sie alle erhielten das angeblich schlechte Crau-Heu und wurden ähnlich wie die von Herrn Jentzsch gefüttert. Seine Siegquote betrug ungefähr 20% pro Rennen. Lando war kein Einzelfall, nur der beste unter den guten. Es ist klar, welches Futter er die ganzen Jahre bekommen hat, Analysen wurden nicht gemacht, doch erhielt er keine Mineralzusätze. Das Futter wurde dem Pferd gefüttert, wie es ihm schmeckt. Hin und wieder wurde auch Luzerne als Geschmacksabwechslung gefüttert. Pferde, die zu wenig Heu fraßen, fraßen auch ihren Hafer nicht. Das beste Heu, was er je hatte, und was die Pferde ohne abzuwechseln ständig mit Appetit fraßen, war schwedisches Timothy-Heu.

Wenn die Bedarfswerte richtig wären, hätte er höchstens noch aus der Startbox torkeln dürfen! Das Gegenteil war der Fall: diejenigen Trainer, die gemäß Theorie fütterten, sind nach einiger Zeit alle in der Versenkung verschwunden! Daran erkennt man sehr deutlich was passiert, wenn man versucht, die Natur einer Theorie anzupassen, statt andersherum.

Dazu kann ich mich jetzt nicht äußern. Ich habe kein Rennpferd, habe das nie untersucht, kenne mich damit auch nicht aus - also möglich, aber ich kann es nicht einschätzen. Ich beschäftige mich ja mit Sommerekzem und den Begleitumständen sozusagen. Für Ekzemer kann ich diesbezüglich keine Aussage treffen.
Allerdings sind oft die Zink- und Kupferwerte dieser Pferde nicht in Ordnung, oft ist auch zu beobachten, dass Ekzemer allgemein zu Futtermittelunverträglichkeiten neigen. Was würden Sie mir jetzt empfehlen, wenn ich nicht mehr Hesta füttern wollen würde ? Hafer verträgt Nicky nicht. Diese Frage hatte ich bereits gestellt. Im Grunde habe ich Sie so verstanden, dass ich alles analysieren lassen soll, was er frisst, also Heu, Stroh, Gras und dann nach den Bedarfswerten ein natürliches Futter auswählen soll.
Aber welches sollte das sein ? Was tue ich z.B. gegen das oft schlechte Calcium Phosphor Verhältnis bei reiner Getreidefütterung ? Was, wenn die Analysen ergeben, dass etwas in den Futtermitteln im Mangel ist, wie soll ich dann vorgehen ? Was, wenn wirklich Zink im Mangel wäre ? Wie sollte ich das ausgleichen und gleichzeitig alle anderen Werte im Durchschnitt halten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich das bewerkstelligen sollte ?

Die Ernährungswissenschaftler sind daher weiterhin zwei Erklärungen schuldig:
1.) Wieso sie glauben, Erwachsenen Tieren auf Dauer (!) ein mehrfaches dessen zuführen zu müssen, als das, was ihnen über Millionen Jahre ihrer Evolution und Hunderte Jahre ihrer Zucht zur Verfügung gestellt wurde.

Haben Sie diese Frage mal an Frau Dr. Weyrauch gerichtet ? Gegenfrage von mir: Woher weiß ich denn, was den Pferden über Millionen Jahre zur Verfügung gestellt wurde von der Natur oder hunderte Jahre Ihrer Zucht ? Gibt es Aufzeichnungen aus dieser Zeit ? Analysen und Blutwerte zum Vergleich ? Wie alt wurden Pferde durchschnittlich in dieser Zeit ? Wie häufig war jeweils das Auftreten des Sommerekzems und wie hat sich im Zusammenhang betrachtet das alles verändert ? Seit wann werden verstärkt Fertigfuttermittel gefüttert ? Dazu zeitgleich zu betrachten: Wie haben sich die Blutwerte der Pferde verändert ? Deshalb: Wie hat sich das Pferd verändert in dieser Zeit ? Die Evolution macht nicht halt vorm Pferd, so haben sich die Referenzwerte/Normwerte der Blutparameter auch ständig verändert. Dann wieder der Zusammenhang zum Herkunftsland der Pferde, auch hier wird es Unterschiede geben denke ich.

Mindestens zwei der im Kriegsdienst eingesetzten Pferde Friedrichs des Großen wurden erwiesenermaßen fast vierzig Jahre alt! Und vergleichen sie einmal, was Pferde früher geleistet haben und was heute. Bei Rennpferden ist die Zucht seit über 200 Jahren geschlossen. Alle Änderungen, die man heute gegenüber früher sieht, müssen also auf äußeren Bedingungen beruhen. Es sind die einzigen Pferde, die wirklich standardmäßig ständig unter vergleichbaren Bedingungen getestet werden.

Was genau wird denn standardmäßig getestet, entschuldigen Sie die vielleicht dumme Frage, aber mit Rennpferden kenne ich mich, wie gesagt so gar nicht aus?

Es wird die Leistungsfähigkeit getestet und damit auch die Leistungsfähigkeit, die ein Pferd mit einem bestimmten Futter erbringen kann. Wenn empirisch betrachtet alle Rennpferdetrainer einige Zeit nach dem Beginn der Fütterung von Fertigfutter in der Bedeutungslosigkeit versinken, oder, wie Herr Jentzsch beobachtet hat, sogar ihren Job aufgeben mussten, so ist das ein eklatantes Warnzeichen, dass da etwas nicht stimmt.

Da gebe ich Ihnen Recht. Irgendetwas stimmt da nicht, allerdings ist mein Augenmerk nicht so sehr auf die Spurenelemente gerichtet, also das Zuviel, das Sie in den Vordergrund stellen, sondern eher auf die Frage: Was genau ist überhaupt enthalten im Fertigfuttermittel, dass entscheidender Auslöser sein kann ?

Wenn nach Aussage von Herrn Jentzsch Vitamine nützlich sind (ist eigentlich logisch, sie bekommen ja kein vitaminreiches Gras) und der Rest schädlich, dann sind dieser Rest nun mal die Spurenelemente, und da diese in einer übernatürlich erhöhten Menge zugeführt werden, ist das auch logisch.

Moment, es sind ja nicht nur Spurenelemente enthalten in einem Fertigfuttermittel. Da gibt es zahlreiche Zusätze, die ich als wider der Natur bezeichnen würde und sicherlich spielt auch die Aufbereitung eine Rolle, mal ganz abgesehen von der Hygiene im gesamten Produktionsablauf. Alles in allem also denke ich gibt es viele Faktoren, die beeinflussen können. So reagieren die Pferde oft auf enthaltene Melasse, Kräuter und anderes, zudem tritt gehäuft Aspergillus in nicht mehr akzeptablen Mengen im Darm der Pferde auf, die vielleicht auch mit dem Fertigfutter in Verbindung zu bringen sind.

Das stimmt. Die Bindemittel, vor allem in Pellets, können wohl auch Einfluss nehmen. Hierzu laufen zur Zeit, so viel ich weiß, noch Untersuchungen. Daher füttere ich gar nichts mehr dergleichen.


Wann gab es die ersten Fertigfuttermittel und ab wann ungefähr wurden sie zunehmend verfüttert ? Wäre mal interessant im Zusammenhang zum vermehrten Auftreten des Ekzems, daher interessiert mich das.

Das kann ich gar nicht genau sagen. Aber ich weiß, dass es Ende der 70-er Jahre schon Fertigfutter gab. Es wurde aber noch kaum eingesetzt, außer in der Viehaufzucht (BSE-Problematik). Auch haben sich die Anteile an Zusatzstoffen seitdem von Jahr zu Jahr erhöht.

Weiterhin deuten auch die neuen Werte von Pagan und Geor (280 Milligramm Zink statt 500 Milligramm pro Tag), die durch Retentionsmessungen (also Aufnahme und Abgabe durch den Körper ) neu gewonnen wurden, darauf hin.

Sind deren Ergebnisse irgendwo im Internet zu finden ? Oder Berichte darüber ? wie ich schon sagte würde mich dazu genaueres interessieren.

Ich habe selber schon mal versucht, ob das auch im Internet schon zu finden ist, man findet aber immer nur den Hinweis auf das Buch, welches man dann kaufen muß. Manche Verlage geben neue Ergebnisse kostenlos heraus, andere leider nicht.


2.) Wieso gerade diejenigen Pferde auf der Rennbahn gewinnen, die "mangelhaftes" Futter bekommen, und diejenigen, die "korrekt" versorgt werden, nach einiger Zeit nur noch unter "ferner liefen" zu finden sind.

Um dazu etwas schreiben zu können, müsste ich wissen wie alt diese Pferde sind, wie lange wurde streng kontrolliert gefüttert, was bekamen diese Pferde vorher und wie geht es diesen Pferden jetzt ? Außerdem natürlich wielange werden diese Pferde inzwischen "beobachtet", aus wie vielen Pferden besteht eine solche Testgruppe usw.. Denn auch hier ist mir nicht klar, welche Pferde an einer solchen Testreihe teilgenommen haben, wie lange diese dauerte und unter welchen Bedingungen wurde das ermittelt? So kann ich dazu wenig sagen, leider ist das in diesem Fall für mich als Außenstehendem nicht anders, als bei den Versuchen von St. Hippolyth auf Hestaborg. Auch hier kann ich mangels Informationen nichts dazu sagen.

Rennpferde kommen mit 18 Monaten in den Rennstall und die meisten laufen 2- bis 5jährig. Einige auch bis 12. Hindernispferde sind häufig älter als Flachrennpferde, weil es da nicht so auf die Grundschnelligkeit ankommt. Die Testgruppen bestehen bei den erfolgreiche Trainern meistens aus größenordnungsmäßig 100 Pferden. Die Tests erfolgen ständig auf der Rennbahn. Besonders auffällig ist es, wenn austrainierte Ausgleichspferde aus der Rolle fallen und anders laufen als sonst.


Schade eigentlich, dass man Sie und Frau Dr. Weyrauch nicht zu einer Diskussionsrunde zusammenbringen kann. Das wäre hochinteressant und bestimmt sehr informativ für alle Anwesenden. So bleibt mir nur jeweils die Argumente des einen dem anderen vorzubringen, um zu verstehen. Danke für Ihre Bereitschaft dazu.

Die Wissenschaft ist leider bei weitem noch nicht so weit um das komplexe Geflecht der Fütterung zu verstehen, daher kann man auch nicht darüber diskutieren, das wäre wie das Stochern mit der Stange im Nebel. Pure Spekulationen. Man muss übernehmen, was funktioniert und kann dann versuchen, sich modellhafte Gedanken darüber zu machen, doch muss man sich bewusst sein, dass dieses Modell ganz sicher falsch ist und nur einen sehr eingeschränkten Bereich der Wirklichkeit beschreibt und in den anderen Bereichen falsche Vorhersagen machen wird.

Danke. Das gibt mir doch Hoffnung, dass auch meine bisherigen, so völlig anders gearteten Beobachtungen einen Hinweis geben. Vielleicht hängt es damit zusammen, was genau man füttert, vielleicht sind nicht alle Fertigfuttermittel zu verdammen ? Dürfen Sie sagen welche Futtermittel genau Sie getestet haben ?

Vielleicht ist das so, ich fürchte aber, dass es nicht so ist. Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass Pferde Fertigfutter fressen, dann hätte er es auch so wachsen lassen! Wir haben übrigens Josera St.Gangolf Müsli gefüttert und Josera Joker Mineralfutter, z.T auch HEMO-Pellets, einige auch Marstall E.

Dazu habe ich bereits etwas geschrieben, denn ich glaube kaum etwas wächst so in der Natur, wie wir es verfüttern. Heißt nicht, dass ich nicht auch sicher bin, dass viel Zuviel in den Futtermitteln enthalten ist, das Probleme verursacht, aber was ist das genau ?
Immer wieder ist es diese Frage, die sich mir stellt und wie schon gesagt an ein reines Überangebot mag ich nicht glauben. Zumal die Frage, ob es sich nun tatsächlich um ein Überangebot handelt in meinen Augen noch nicht geklärt ist.

Die neuen Untersuchungen von Pagan und Geor (und auch, was man aus der Ernährung des Menschen in den letzten Jahren gelernt hat) stützen meine Beobachtungen und die von Herrn Jentzsch, dass es das Zuviel ist, was Probleme bereitet. Wenn die Futtermittelfirmen die neuen Erkenntnisse von Pagan und Geor in ihre Produkte übernähmen, würden Sie sich wundern, wie die Menge an Zusatzstoffen plötzlich in den Keller rauschte. Nur müssen die Firmen das dann der Kundschaft klar machen, wieso das so ist, und das ist schwierig! Schließlich wurde diese ja über so viele Jahre in der Werbung damit überschüttet, das je mehr je besser sei! Da besteht eine hohe Gefahr von Schadensersatzforderungen! Hohe Vertreter von drei Futterunternehmen haben mir gegenüber einmal geäußert, dass sie ja gerne die Zusatzstoffe senken würden, aber der Kunde verlangt diese eben. Sie sind in einem Teufelskreis gefangen. Der erste, der die Werte senkt, verkauft unter Umständen weniger. Dabei hatte einer dieser Herren bereits vor 15 Jahren (!), als noch gar nicht so viel im Futter drin war, wie heute, seinen Kollegen einmal vorgeschlagen, dass es ja eigentlich einmal Zeit für eine Abrüstungskonferenz wäre!!!


Ich denke die Kundschaft bestimmt den Gang der Dinge. Wenn also viele fragen nach Futtermitteln mit weniger, dann wird es bald weniger geben. Ein Umdenken braucht immer Zeit. Dazu gehört oft auch die persönliche Erfahrung, so würde ich aufgrund des Mangels beim eigenen Pferd und sicher auch, weil Nicky kein Einzelfall ist jetzt nicht nach einem solchen Futtermittel fragen. Selen ist auch so eine gefährliche Gradwanderung. Lange fehlte es vielen Pferden, es war einfach ein eklatanter Mangel in Gras und Heu die Ursache. Erst als es viele Pferde betraf, das Problem akut wurde handelten die Hersteller und erhöhten den Wert im Futter. Nicky hatte neben Zinkmangel auch Selenmangel und auch das ist wieder kein Einzelfall. Schade eigentlich, dass so etwas immer über's Kraftfutter reguliert werden muss, einfach weil die Böden und damit die Pflanzen es nicht mehr in der üblichen Mengen anbieten können. Somit haben wir selbst Schuld an dem Problem.

Gerade beim so genannten Selenmangel sind die Bedarfswerte sehr sehr unsicher und wurden in letzter Zeit so viel ich weiß wieder einmal nach unten korrigiert. Würde man versuchen, die alten Werte mit Gewalt zu erreichen, so würde das Pferd wohl krank werden. Das ist nämlich die Gefahr, wenn man einer Ernährungswissenschaft vertraut, die noch eigentlich in den Kinderschuhen steckt. Man zwängt sein Pferd dann in ein Korsett, dass ihm nicht passt!


Bei mir und bei den Renntrainer funktioniert die Fütterung mit naturbelassenen Substanzen, daher bleibe ich dabei. Fertigfutter ist nach meiner Erfahrung ein Teufelszeug, das ich nicht mehr anrühre. Vielleicht ist es als kurzzeitige Kur einsetzbar, ich werde das aber nie wieder ausprobieren.

Damit sind auch Sie sicherlich nicht allein, genau wie Nicky und ich einen anderen Weg gehen, wie viele andere wiederum auch und damit Erfolg haben.

Gebrannte Kinder scheuen bekanntlich das Feuer!

Damit haben Sie Recht und genau deshalb werden Sie vielleicht auch verstehen, warum ich das, was funktioniert beibehalten werde, zumal ich für mich derzeit keine sinnvolle Alternative herausarbeiten konnte.

Das ist klar, jeder macht seine eigenen Erfahrungen. Wenn in ein oder zwei Jahren aber zunehmend alle möglichen kleineren und größeren Probleme auftreten, auch unerklärliche Lahmheiten, Warzenbildungen, schlecht heilende Wunden oder anderes, hoffe ich aber, dass sie sich daran erinnern, woran das liegen könnte.

40000 wechselwirkende Substanzen in den Pflanzen und noch viel mehr im Körper sind einfach noch nicht theoretisch zu verstehen.

Naturwissenschaft muss Naturbeobachtung sein, man darf sich dabei nicht auf das Zitieren irgendwelcher Werte aus der Literatur zurückziehen. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Aussage von Frau Dr. Weyrauch prinzipiell als richtig anzusehen, aber sie greift eben noch zu kurz!

Ich glaube, mehr als das bisherige kann ich gar nicht dazu sagen, einige ihrer Fragen kann ich nicht beantworten, weil ich die Antwort nicht kenne. Ich hoffe, aber, wenigstens ein wenig geholfen oder zum Nachdenken angeregt zu haben.

Ja, Sie haben geholfen und ich möchte mich im Namen aller bedanken für Ihre ausführlichen Antworten. Sie haben aufmerksam gemacht und aufgefordert zum Nachdenken, angeregt zur Diskussion des Themas - Danke !

Ich danke auch für die Diskussion, auch wenn sie mich so viel Zeit gekostet hat. Wenn Sie oder andere Leser übrigens wirklich etwas für alte Pferde tun wollen, so können sie statt den (meines Erachtens) gesundheitsschädlichen angereicherten Seniorenfuttern Ingwer füttern! Es scheint sie regelrecht zu verjüngen und auch nach 1 1/2 Jahren habe ich bisher keine negativen, sondern nur positive Wirkungen festgestellt! Junge Pferde würde ich aber nicht damit versorgen, obwohl einige Leute dies ebenfalls tun. Man sollte ihn nur bei Lahmheiten oder Altersbeschwerden einsetzen, da ist er aber besser als andere Mittel! Näheres können Sie hierzu auf der Internetseite www.pferdeglueck.de finden.

Ich möchte aber noch eines allen eindringlich ans Herz legen: Verlassen Sie sich nie felsenfest auf das, was Wissenschaftler an Theorien aufführen! Die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass bisher noch jede Theorie nicht richtig war, sondern nach einiger Zeit geändert werden musste. Was aber immer blieb, war die Beobachtung. Der Apfel fällt seit jeher vom Stamm, mit oder ohne Newton oder Einstein.

Wir werden weitersuchen nach den Ursachen und weiter versuchen zu verbessern, was im Argen liegt. Bei jedem Pferd ist alles wieder anders, das Ekzem hat viele Facetten und wir sind bemüht so viele wie möglich aufzudecken und jeder für sich versucht dann beim eigenen Pferd den Weg zum Ziel zu finden. Beiträge wie Ihre helfen neue Ansätze zu finden.

Unser Schriftwechsel hat viele offene Fragen beantwortet und ich persönlich bin immer sehr interessiert an einem Austausch zum Thema Spurenelemente und habe es sehr genossen mal mit Ihnen eine Diskussion führen zu können,  Sie akzeptierten meine Meinung mehr oder weniger und haben alle meine Gegenfragen versucht zu beantworten, das ist selten - leider - um so mehr hat es mich gefreut. Ich frage nicht, um zu wiederlegen, nur um meine Gedanken zu formulieren. Eines ist sicher - ich werde an diesen Austausch denken und das alles weiterhin natürlich interessiert weiterverfolgen.

Vielen Dank, ich habe mich auch gefreut, von anderen Erfahrungen zu hören!
Aber ich freue mich natürlich auch, dass ich nun in Zukunft nicht mehr so lange tippen muss! Ächz! :-))

An dieser Stelle abschließend noch mal mein Dankeschön an Herrn Brosig. Ich wünschte jeder, der etwas im Internet veröffentlicht würde so bereitwillig mit uns "Normalos" darüber diskutieren!