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Die Gründung:
Die Dorfgründung des “alten Dorfes”, das hoch am Berg angelegt wurde, lag im Jahre 1782. Zwei Jahre später wurde im Müllmichtal das “Neue Dorf” angelegt, das man in Vorder- und Hinterdorf unterteilte. An die Gründung erinnert in Friedrichshain an der “Friedenseiche” eine Tafel mit der Jahreszahl 1784. Der Volksmund erzählte, daß Friedrich der Große bei der Gründung des zweiten Dorfteils im Kretscham gewohnt haben soll. Nach ihm hatte das Dorf seinen Namen erhalten, weil es zu den vielen Siedlungen gehörte, die Friedrich II. nach dem Siebenjährigen Krieg anlegen ließ . So weist schon die Namensgebung auf die Gründungszeit, die Absicht der Bevölkerungsvermehrung, den Ausbau der Gewerbe und eine neue Rodungstätigkeit hin.

Die Lage:
Friedrichshain wurde, mit nur 9ha Land, als eine Gewerbekolonie für Weber angelegt, für die der Ackerbau allenfalls nur ein zweites Standbein sein konnte. Es wurde am äußersten Ende der Gemarkung des Grundherrn Seherr-Thoss angelegt. Die Häuser lagen dicht aneinandergereiht an der geraden Wegführung. Teilweise mußte auf einer Länge von 400 Metern ein Höhenunterschied von 80 Metern bewältigt werden.
Friedrichshain hatte ab 1835 eine evangelische Schule, ab 1845 eine Wassermühle und ein Wirtshaus.

Die wirtschaftliche Situation:
Bereits nach 1800 setzte durch die Textilindustrie eine Siedlungsverdichtung ein. Ab 1850 erreichte der Ort dann den Höhepunkt der unglücklichen Entwicklung, die zu Hungersnot und  Armut führte. Neben der Weberei, der Holzfällerei und dem Holztransport gab es kaum andere Arbeitsmöglichkeiten. Nach dem ersten Weltkrieg dann änderte sich die Situation durch den Einzug des Fremdenverkehrs. Ein gewisser Wohlstand zog ins Tal ein. Kurz vorm Zweiten Weltkrieg hatte sich der einstige Charakter grundlegend geändert. Gasthäuser, Fremdenpensionen und kleine Wochenendhäuser an den Hängen erinnerten kaum noch an die einstige hungersnot oder den Hungertyphus.  Wirtschaftlich war Friedrichshain eher nach Peterswaldau, Langenbielau oder auch Wüstewaltersdorf ausgerichtet, verlor aber 1928 seine kommunale Selbständigkeit und wurde nach Steinseifersdorf eingemeindet.

 Die Vertreibung:
Am Sonnabend, 13.04.1946 ging in Steinseifersdorf eine Kommission von  Haus zu Haus und verkündete wer sich zur Abreise am Montagmorgen bereithalten sollte. Montag, den 15.04.1946 war es dann soweit. Ein herrlicher Frühlingstag, zu Fuß ging der Weg nach Reichenbach in die Kreisstadt. Von dort aus folgte am nächsten Tag der Abtransport auf Viehwaggons. Zu je 40 Personen je Waggon, bewacht wie ein Gefangenentransport, wurden ca. 1400 Menschen nach Heidmühle/Kreis Friesland geleitet und dort auf die umliegenden Gemeinden verteilt. Manche von ihnen kamen auch in das Lipper Land, ins Weserbergland oder ins Emsland...